Ziele formulieren:
Wundern Sie sich mal wieder.

Gemeinsam Ziele zu finden und Leuten zu entlocken, was sie wirklich anders haben wollen, ist nicht immer einfach. Mit der “Wunderfrage”, einer einfachen Coaching-Methode, kommt man schnell zu guten Resultaten.

Man kennt das Ritual: Zu Beginn eines Meetings oder Workshops werden Erwartungen und Ziele abgefragt. Quälend schleppt sich die Runde durch gestelzte Formulierungen, gespickt mit Wörtern wie “effizient”, “zielorientiert” oder “nachhaltig”. Es kommt nichts Persönliches und wenig Konkretes – nichts, um wirklich damit zu arbeiten oder Ergebnisse daran zu messen.

Die “Wunderfrage” ist eine einfache Alternative, wenn man erfahren will, was die Leute wirklich als Ergebnis sehen möchten.

Dabei stellt man der Gruppe einfach folgende Aufgabe: “Sie konnte zwar an unserer Sitzung nicht teilnehmen, aber wir haben eine Fee im Projektteam. Sie ist für die Wunder im Projekt zuständig. Jeder und jede hat ein Wunder frei – die Fee wird es bis morgen erledigen. Genau so, wie Ihr Euch das wünscht und noch ein wenig mehr. Wie sieht es morgen früh aus, wenn die Fee Eure Wünsche eingelöst hat? Was tut Ihr dann? Was ist das Ergebnis des Projekts?”

Sehr wahrscheinlich wirst Du Dich anschließend mit hochgezogenen Augenbrauen und mitleidigem Lächeln konfrontiert sehen – bestehe aber unbeirrt darauf, das “Wunder” auf Flip Chart oder Papier zu beschreiben oder zu zeichnen. Die Ergebnisse sind in der Regel erstaunlich: Kristallklare Beschreibungen des gewünschten Zustandes, konkrete und messbare Ziele – besser und schneller als nach jedem noch so SMARTen Zielfindungsprozess.

Die Idee der Wunderfrage stammt aus dem lösungsorientierten Coaching. Peter Szabo und Insoo Kim Berg stellen die Methode in ihrem Buch Kurz(zeit)coaching mit Langzeitwirkung (Affiliate-Link) vor. Die Methode wird dort zur Unterstützung von Einzelpersonen angeführt, funktioniert nach meiner Erfahrung aber auch bestens mit Gruppen.

 

Thomas Mauch

Thomas Mauch ist Mitglied der Geschäftsleitung des neuerdings.com-Verlags Blogwerk AG und interessiert sich für Gadgets. Oder so.

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2 Kommentare

  1. Diese Methode kann ich nur bestätigen! :-) In unserer Agentur hat sie (manchmal nach anfänglichem Unglauben) recht grosse Wellen geschlagen und wir setzen Sie jetzt bei sehr vielen Projekten ein. Für mich persönlich ist ein grosser Vorteil dabei, dass ich mich während des Meetings immer wieder auf die Ziele der Teilnehmenden berufen kann: so fühlen sie sich abgeholt und befürchten nicht, dass ihre Bedürfnisse vergessen werden. Auch eignet es sich gut dazu, anfängliche Redehemmungen zu überwinden oder das Eis zu brechen.

  2. Das ist in der Tat eine gute Methode. In der Psychotherapie wird sie schon lange in der systemischen Therapie verwendet, um Veränderung in festgefahrene Familien-Konstellationen zu bringen.

2 Pingbacks

  1. [...] Auf imgriff.com hat Thomas Mauch eine höchst interessante Coaching-Methode aus dem Buch „Kurz(zeit)coaching mit Langzeitwirkung“ von Peter Szabó und Insoo Kim Berg vorgestellt: Der Wunsch an die Projekt-Fee. [...]

  2. [...] learned about the idea of the project fairy in an article written by Thomas Mauch: he presented a very interesting method he found in the book „Kurz(zeit)coaching mit [...]

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