Vereinfachtes Leben:
Minimal Office Furniture

Thomas Mauch, 31. März 2009 16:47 Uhr, 23 Kommentare Kommentare

Ein schlichter, aufs Nötige reduzierter Arbeitsplatz verhilft vielen Menschen zu mehr Konzentration. Hier möchte ich Euch meine persönliche Lösung zeigen.

Angeregt durch Ivans Text über das einfache Leben habe ich mich mal bei mir umgesehen. Vereinfachung ist seit einigen Jahren ein Thema für mich. Ich habe bemerkt, wie entlastend es ist, mich nur mit wenigen Dingen zu umgeben – insbesondere seit ich unsere letzte Fünf-Zimmer-Wohnung geräumt habe: Eine Mulde voll mit Dingen, die wir zwei Jahre nicht angerührt hatten …

Seither ist Vereinfachung meine Maxime, wenn es ums Einrichten geht. Darum möchte ich hier meine persönliche Lösung für den optimalen, vereinfachten und bezahlbaren Büro-Arbeitsplatz vorstellen:

Dazu ein paar Erläuterungen:

Mittelpunkt ist ein Schreibtisch-Gestell von Egon Eiermann. Der deutsche Architekt entwarf das Gestell für sein Atelier. Es musste leicht aufbau- und transportierbar sein bei gleichzeitig maximaler Stabilität. Dafür sorgen die schräg eingesetzten Querstreben. Die Tischplatte lässt sich individuell einstellen; auch eine geneigte Arbeitsfläche ist möglich. Als Oberfläche habe ich mich für eine einfache Birken-Platte aus dem Baumarkt entschieden. Teurere, mit Melamin belegte Arbeitsflächen sind von verschiedenen Lieferanten erhältlich. Die Arbeitsfläche ist mit 180 cm relativ kurz. Das verhindert aber, dass ich den Schreibtisch als Ablagefläche verwende. Unterlagen, Materialien etc. sind in Regalen oder Kästen verstaut. Ich brauche den Tisch zum Arbeiten und Schreiben und habe gemerkt, dass es einfacher geht, wenn ich keine Unterlagen und Stapel im Blickfeld habe.

Dann das eigentliche Prunkstück: Der Ulmer Hocker. Max Bill hat als erster Bauhaus-Direktor diese Stühle für seine Studenten entworfen: einfach, flexibel einsetzbar und bemalbar. Ich liebe ihn. Das muss man auch, da sich der Preis von rund 175 Euro / 280 Franken nicht durch Materialkosten rechtfertigen lässt. Er ist gesund, da man zu einer aufrechten Sitzhaltung gezwungen wird.
Lampe und Schubladen-Korpus sind von Ikea, das bringt den Preismix auf ein vernünftiges Niveau runter und ließ noch Raum im Budget für einen Lesesessel – in meinem Fall ein Plastic Armchair RAR (Rocking Armchair Rod Base) von Charles und Ray Eames, der wie der Ulmer Hocker von Vitra produziert wird.

Das Resultat meiner Bemühungen als Amateur-Innenarchitekt: Einen Arbeitsplatz, an dem ich gerne Zeit verbringe und den ich sauber und aufgeräumt halte – weil ich ihn sonst nicht mehr so schön finde. Auch eine Motivation zum produktiver Arbeiten.

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23 Kommentare

  1. luix
    schrieb am 31. März 2009 um 17:26 Uhr (#)

    Nur der »Kabelverhau« könnte noch etwas »zusammengerafft« werden.

  2. Waldgnom
    schrieb am 1. April 2009 um 07:43 Uhr (#)

    Ich schließe mich mal meinem Vor-Schreiber an, die Kabel stören das ansonsten ruhige Bild ziemlich.

    LG

  3. Andre
    schrieb am 1. April 2009 um 08:07 Uhr (#)

    Bist du sicher das der Schreibtisch 180cm hat? Mein Schreibtisch wirkt viel grösser und hat nur 160cm.

  4. Mo
    schrieb am 1. April 2009 um 08:09 Uhr (#)

    Auch die Pinnwand, die sich direkt im Blickfeld befindet ;-)

  5. vanMumpitz
    schrieb am 1. April 2009 um 10:07 Uhr (#)

    Ich stimme meinen Vorschreibern zu: Kabelage und Zettelage gehen gar nicht! Stört der Lichteinfall nicht irgendwann, sprich: reflektiert sich’s nicht auf dem Monitor?

    Liesse sich der Tisch auch in Richtung Fenster drehen? Dann könntest Du beim Arbeiten und schreiben zwischendurch hinaus in den (schönen?) Garten schauen…

  6. akawee
    schrieb am 1. April 2009 um 11:46 Uhr (#)

    Hallo Kommentatoren,

    ich finde es mutig ohne Aufwand seinen Schreibtisch zu Fotografieren und zu Posten. Ich finde man könnte zu einen kleinen Wettkampf aufrufen und ich beginne damit!

    Hier findet Ihr meinen Arbeitsplatz http://friendfeed.com/akawee.

    Grüße macht weiter so ich lese Euch jeden Tag!

  7. Horst
    schrieb am 1. April 2009 um 13:15 Uhr (#)

    Schöner Bildschirm. Im Übrigen frage ich mal: Hast du Rücken?
    Wenn (noch) nicht, dann bald. :-)

  8. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Mauch
    schrieb am 1. April 2009 um 14:00 Uhr (#)

    Ich sehe, hier ist mal ein Plädoyer für das gemeine Kabel notwendig. ‘Verstecken’ und ‘versorgen’ war auch meine erste Idee. Dann sass ich vor meinen Kabel und habe mir überlegt, wie ich eigentlich dazu stehe. Diese Kabel sind ja nicht nur Anhängsel: Es sind die eigentlichen Lebensadern meiner ‘Wissens-Produktionsanlage’. Sie transportieren die Daten zwischen den verschiedenen Teilen meines Maschinenparks, sie halten ihn mit dem Strom am Laufen, sie verbinden mich mit der Aussenwelt. Sie haben eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, sind notwendiger, ja existenzieller Bestandteil meines Arbeitslebens. Sie haben ihre Daseinsberechtigung und es gibt keinen Grund, sie verschämt zu verstecken wie die Kohlenschaufler im Bauch eines Luxus-Kreuzdampfers. Deshalb habe ich mich entschlossen, ihnen ihren Platz und ihren Lauf zu lassen. Soviel zu meiner Kabelphilosophie :-)

    Der Tisch steht parallel zum Fenster und damit gibt’s keinen direkten Lichteinfall auf den Monitor. Gemäss all den Ergonomie-Broschüren ist das eigentlich ideal. Lichteinfall von hinten auf den Monitor gibt Reflexionen, Lichteinfall von vorne kann blenden. Die Tischplatte habe ich nochmals ausgemessen. Die ist tatsächlich bloss 140 cm – sorry für den Verschreiber! Zum Rücken: Ja, ich habe ihn noch :-) Der Stuhl fördert das aktive Sitzen, einfach weil die Lehne fehlt.

    Zur Zettelanlage bzw. dem Pinboard noch kurz: Habe ich mir zuerst auch gedacht, dass das störend wirkt. Funktioniert aber und inzwischen habe ich herausgefunden, weshalb: Ich hänge dort keine tagesaktuellen Zettel hin. Da hängt mein Joggings-Trainingsplan, meine Jahresziele und neuerdings meine ‘Wieviel Zigaretten hast Du schon geraucht’-Liste. Also Dinge, die ich beruhigt hängen lassen kann, die ich nicht studieren muss. Tut aber gut, sie regelmässig anzuschauen.

    Und wenn Ihr Bilder von Euren Arbeitsplätzen und Euren Lösungen habt – sehr gerne!

  9. Cattie
    schrieb am 1. April 2009 um 16:01 Uhr (#)

    Ich gehe davon aus, dass sich deine Annahme des gesunden, aktiven sitzens auf die Annahme bezieht, dass aufrechtes Sitzen gesund sei.

    Diese Meinung ist aber überholt. Es ist genauso schädlich die ganze Zeit mit geradem Rücken wie mit krummen Rücken zu sitzen. Von daher sollte die Sitzhaltung durchaus öfter gewechselt werden.

  10. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 2. April 2009 um 11:41 Uhr (#)

    » akawee: Danke für die Bilder Deines Arbeitsplatzes (Direktlink bei Friendfeed geht auch)!

    Wir wollten hier übrigens schon länger mal dazu aufrufen, solche Fotos einzuschicken als Inspiration – Thomas’ Artikel war so gesehen auch ein kleiner Test dafür. Wer also noch welche hat: Gerne hier verlinken oder auch per Mail schicken, ich poste sie dann.

  11. Kai
    schrieb am 2. April 2009 um 18:46 Uhr (#)

    <klugscheissmodus>Max Bill war nicht Direktor am Bauhaus, sondern an der HfG Ulm (deswegen ja auch Ulmer Hocker), er hat allerdings am Bauhaus studiert und stand in seiner Tradition.</klugscheissmodus>

    Und damit ich mich hier nicht nur als Klugscheißer oute: Ich finde die Initiative super, auch wenn mein optimaler Arbeitsplatz anders aussieht. Vielleicht mache ich auch ein Bild von meinem, obwohl der eigentlich recht unspektakulär ist. Aber auf jeden Fall muss ich mich bei der Arbeit ab und an auch zurücklehnen können, ohne gleich den Stuhl zu wechseln, um etwas Distanz zu gewinnen und zu reflektieren. Sehr wichtig ist auch der bequeme Leseplatz, den habe ich sogar an meinem Büro-Arbeitsplatz eingeführt, obwohl ich ihn da leider nicht so oft nutze.

  12. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Mauch
    schrieb am 2. April 2009 um 22:24 Uhr (#)

    Hallo Kai

    Da ich – vermutlich berufsbedingt – eine hohe Affinität zu Klugscheissern habe: Vielen Dank für die Korrektur.

    Und das Bild würde uns interessieren, sehr sogar. Wie spektaktulär der ist – das ist kein Kriterium. Deine individuelle Lösung zu sehen würden wir spannend finden.

  13. Horst Schulte
    schrieb am 4. April 2009 um 13:54 Uhr (#)

    Ich habe da zwei Schreibtischvarianten. Die eine aus den 80er Jahren (in meinem damaligen Büro) und die heutige (allerdings bei mir zu Hause).

  14. Kai
    schrieb am 5. April 2009 um 10:51 Uhr (#)

    Hallo zusammen,

    hier findet ihr meinen Schreibtisch. In diesem Fall auch mein Heimarbeitsplatz, ich habe auch einen Büroarbeitsplatz, den ich aber im Prinzip genau so eingerichtet habe.

    Viele Grüße,

    Kai

  15. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Mauch
    schrieb am 6. April 2009 um 16:45 Uhr (#)

    Vielen Dank für die Bilder und Beiträge zu Euren Arbeitsplätzen – es sieht so aus, wie wenn sich die grossen Glaubensfragen um Kabel und Stühle drehen :-)

    Hier noch ein Posting auf Lifehacker vom vergangenen Samstag, weil’s so schön passt: Unter Punkt 4 des Beitrags ‘Top 10 Home Office Hacks‘ gibt’s gesammeltes Wissen, wie man Kabel unsichtbar macht.

    Wir freuen uns über weitere Bilder Eurer Arbeitsplätze – danke!

  16. Patricia
    schrieb am 7. April 2009 um 23:40 Uhr (#)

    Mir ist sofort der Hocker aufgefallen. Gibt es den in verschiedenen Höhen zu kaufen? Sonst könnte ich mir kaum vorstellen, dass er für jeden Menschen bequem wäre. Übrigens kann ich angelehnt gar nicht tippen.

  17. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Mauch
    schrieb am 8. April 2009 um 11:51 Uhr (#)

    Der Marketing Approach des Ulmer Hockers ist derjenige des Ford T-Modells: Es gibt eine Ausführung, eine Farbe, eine Grösse….
    Die Details findet man bei Vitra auf der entsprechenden Produktseite.

  18. Christian
    schrieb am 8. April 2009 um 22:32 Uhr (#)

    Unspektakulär – aber ein Arbeitsplatz muss der Person gefallen/nutzen, für die er zugeschnitten ist, das ist die wichtigste Prämisse.
    Für mich wäre der Hocker nichts, ich brauche ebenso wie Kai hin und wieder eine Lehne zum reflektieren. Und gerade sitz’ ich auf solchen Dingern sicherlich auch nicht, genausowenig wie auf den Gummibällen, die in einigen Büros rumliegen.
    Wichtig ist mir vor allem ein Schreibtisch mit viel Platz, der aufgeräumt ist. Wenn ich arbeite, werden die Materialien des aktuellen Auftrages ausgebreitet und danach direkt weggeräumt, das vermeidet Ablenkung. Ansonsten gibts nur Inbox + Zettel und Stifte, Tastatur + Monitor sowie Maus.

  19. Patricia
    schrieb am 9. April 2009 um 00:24 Uhr (#)

    Danke für die Infos. Zum mindestens kann man die Sitzhöhe beim Hocker mit verschiedenen Kissen variieren.

  20. Gregor Groß
    schrieb am 14. Mai 2009 um 15:25 Uhr (#)

    Ich habe jetzt Bilder auf meinem Blog veröffentlicht.

  21. Schreibt hier auf dem Blog Gregor Gross
    schrieb am 15. Mai 2009 um 08:03 Uhr (#)

    Und heute gleich nochmal: Diesmal Bilder meines Schreibtischs zu Hause.

    (Irgendwas haut mit meinem Ping nicht hin, jedenfalls klappt der Trackback nicht)

  22. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Mauch
    schrieb am 19. Mai 2009 um 10:24 Uhr (#)

    Gregor, Deine kabellose Arbeitsumgebung macht mich schon ein wenig neidisch :-) ich werde mich demnächst doch mal daran machen….Danke für die Bilder!

  23. Michaela
    schrieb am 8. September 2009 um 23:54 Uhr (#)

    Selbst wenn ich wollte, könnte ich meinen Arbeitsplatz nie richtig ordentlich halten. Und es kann schon sein, dass meine Produktivität gelegentlich darunter leidet. Was mir aber an deinem Platz gefällt, sind die edlen Designer Stücke, die du dir da angeschafft hast. Und die IKEA Lampe hält sich darunter vorzüglich.

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