Wie Du Dich verbessern kannst
Routinen und Gewohnheiten sind hilfreich, verhindern aber in gewissem Maße auch, dass wir uns entwickeln und verbessern. Darum sollte man das ganz bewusst angehen.
Häufig tun wir die Dinge, die wir regelmäßig machen, gar nicht mehr bewusst. So vernachlässigen wir auch viele der Fähigkeiten, die wir haben. Sie sind so selbstverständlich, dass wir sie nicht mehr pflegen und damit eigentlich nicht weiter kommen. Bei vielen Dingen ist das egal (z.B. beim Kochen), bei vielen Fähigkeiten ist es aber schade. Gewohnheiten und Routinen sind sehr hilfreich, um neue Dinge zu erlernen und automatisch ablaufen zu lassen. Doch auf der anderen Seite bleiben wir so auch auf der gleichen Stufe stehen und entwickeln uns nicht mehr weiter.
Hier sind darum sechs Tipps, wie Du Deine Fähigkeiten bewusst verbessern kannst:
Dinge bewusst tun
Ein einfaches Lernmodell, das ich im Buch “Erfolgreiche Gewohnheiten” (Affiliate-Link) von Jörg Weisner kennengelernt habe, geht davon aus, dass wir vier Stufen durchlaufen:
- Unbewusste Inkompetenz (Wir wissen gar nicht, was wir nicht können.)
- Bewusste Inkompetenz (Hier sehen wir, dass wir etwas einfach nicht können.)
- Bewusste Kompetenz (Kann man durch Üben und Trainieren erreichen)
- Unbewusste Kompetenz (Wir tun etwas automatisch gut und richtig.)
Der erste Schritt besteht deshalb darin, Dinge (wieder) bewusst zu tun, und zwar gerade die gewohnten Dinge. Lenke Deine Aufmerksamkeit auf die Dinge, die Du ohne Nachdenken tust, und beobachte Dich dabei.
Fähigkeiten optimieren
Bei der Beobachtung fallen Dir bestimmt Aspekte auf, die Du tunen kannst; Dinge also, die Du nicht komplett neu erlernen musst, sondern recht einfach optimieren kannst.
Lernen
Deine Fähigkeiten verbesserst Du durch Lernen. Lernen steht aber in der Regel nicht gerade zuoberst auf unserer Prioritätenliste. Dort stehen die dringenden Dinge, die Dich so lange piesacken, bis Du sie erledigst. Deshalb musst Du Dir bewusst Zeiten schaffen, in denen Du lernst: Durch Lesen, Diskutieren, Üben.
Inspiration
Wer und was inspiriert Dich? Such Dir Leute, die Dich anregen, bei denen Du nach einem Treffen wie elektrisiert nach Hause gehst und am liebsten alles neu machen würdest. Vielleicht inspiriert Dich auch ein gutes Buch oder eine Biographie. Nutz diese Momente, denn sie geben Dir immer wieder einen neuen Schub.
Kritik
Wir alle werden kritisiert, und für viele Menschen ist es nicht einfach, damit umzugehen. Versuch aber, Kritik als wertvolles Feedback anzusehen und anzunehmen. Das ist zwar nicht unbedingt die Intention des Kritikers, aber das spielt ja keine Rolle. Wichtig ist immer, was Du daraus machst, wie sehr Du Dir die Kritik zu Herzen nimmst und wie Du darauf reagierst. Niemand zwingt Dich, empört, beleidigt, traurig oder wütend zu reagieren. Du kannst genausogut die Spitze an Dir abprallen lassen und den Kern der Kritik als Feedback annehmen. Einfacher gesagt als getan, ich weiß, aber es lohnt sich. Wie man Kritik produktiv nutzen kann, haben wir in diesem älteren Artikel beschrieben.
Mentoren
Mein Eindruck ist, dass es in unseren Breitengraden noch nicht sehr verbreitet ist, sich einen Mentor zu suchen. Trotzdem gibt es sicher jemanden, der Dir gerne hilft, weiterzukommen. Vielleicht musst Du nur fragen. Es muss ja nicht eine enge Zusammenarbeit sein, oftmals genügt es, sich mal mit jemanden einen Nachmittag lang zu unterhalten und einfach bei ihm Tipps abzuholen. Viele sind dafür aufgeschlossener, als man zunächst denken mag.














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Warum sollte es “egal” sein, die eigenen Fähigkeiten im Kochen zu verbessern? Kommt doch ganz drauf an, wie die aktuellen “Routinen und Gewohnheiten” so aussehen. Es gibt viele Menschen, deren Gesundheit würde einen großen Sprung nach vorne machen, wenn sie in Sachen Ernährung dazu lernen würden!
@Claudia: Natürlich. Bei dem Artikel geht es mir darum, die eigenen Talente und Stärken weiter auszubauen. Für einen Koch ist es natürlich essentiell, seine Kochkünste zu verbessern. Ich weiss aber nicht, wie viele Köche hier mitlesen. Für einen Kopfarbeiter ist es weniger wichtig, SOFERN er sich gesund ernährt. Denn eine gesunde Ernährung ist eine der wichtigsten Säulen für produktives Arbeiten, auch und gerade für Kopfarbeiter. Weshalb? Deshalb: Gesunde Ernährung = mehr Power, bessere Konzentration, bessere Denkfähigkeit und vieles mehr.
Ich stimme zu, dass wir wieder lernen müssen, bestimmte Dinge bewusst zu tun. Vieles in unserem Alltag machen wir ohne uns selbst oder das, was wir machen wirklich zu erleben. Dazu gehören vor allem tägliche Routinen, wie waschen, essen, rasieren, ins Büro fahren oder der Abschiedskuss, der dem Partner oder der Partnerin flüchtig auf die Lippen gedrückt wird. Ich glaube, wir verpassen sehr viel in unserem Leben, weil wir in Gedanken selten im hier und jetzt sind. Meist hetzen wir der Zeit voraus und manchmal hinken wir auch „gedanklich“ hinterher. Mit dieser Form des Multitasking – eine Sache tun, und in Gedanken bei etwas anderem sein – berauben wir uns selbst eines Stücks Lebensqualität. Und die sollten wir immer versuchen zu verbessern.
@Alex: Du hast es auf den Punkt gebracht. Danke für Deinen Kommentar!