Anleitung für den Jahresrückblick:
Wo stehst Du?

Am Ende eines Jahres sollte man überprüfen, wo man steht: Den Kopf leeren, das Geschehene bewerten, reinen Tisch machen. Mit den richtigen Fragen geht das ganz leicht.

Eine Bemerkung vorneweg: Wenn das der erste Rückblick auf Deine Jahresziele ist, dann ist vermutlich etwas schief gelaufen. Ziele sind sinnvoll, aber nur dann, wenn man mit ihnen arbeitet und regelmäßig überprüft, ob man noch auf Kurs ist. Die GTD-Methode pflegt deshalb den Wochenrückblick, bei dem zum Beispiel jeden Sonntag geprüft wird, was in der vergangenen Woche erledigt wurde, und was noch offen ist.

Trotzdem lohnt sich ein Jahresrückblick in jedem Fall. Du kannst selber entscheiden, wie viel Zeit Du investieren willst. Das Minimum sollten Antworten auf die folgenden 4 Fragen sein:

  1. Habe ich meine Ziele erreicht?
  2. Falls nicht: Weshalb nicht? Was kann ich lernen?
  3. Falls ja: Weshalb? Was kann ich lernen? Dieser Punkt ist sehr wichtig. Wer sagt denn, dass man nur aus Dingen etwas lernen kann, die schiefgelaufen sind? Man kann ebenso gut und viel aus den Dingen lernen, die geklappt haben, und diese Erfolge reproduzieren.
  4. Was hast Du sonst noch dieses Jahr erreicht? Was hat Dich dabei überrascht? Halte alle Erfolge schriftlich fest. Wir neigen dazu, Dinge, die nicht geklappt haben, überzubewerten und gleichzeitig erfolgreiche Dinge als “normal” anzunehmen. Auch schreiben wir uns oft negative Dinge selbst zu, positive aber Anderen oder den Umständen. Notiere Dir deshalb bewusst, was Du gut gemacht hast, und was erfolgreich war. So kannst Du das Jahr mit einem guten Gefühl abschließen, auch wenn Du vorher vielleicht dachtest, dass es kein so gutes war.

Das war das Minimalprogramm. Du kannst Dir aber natürlich mehr Zeit nehmen und anhand von vier wichtigen Bereichen in Deinem Leben zurückblicken: Körper, Geist/Intellekt, Soziales und Sinn. Folgende Fragen helfen Dir, diese Bereiche zu reflektieren:

Körper:

  • Ernähre ich mich so, dass mein Körper genug Energie erhält?
  • Bewege ich mich genug?
  • Schlafe ich genug?
  • Fühle ich mich fit und wohl in meinem Körper?

Geist/Intellekt (ich zähle die Arbeit hier hinzu):

  • Ergibt meine Arbeit Sinn für mich?
  • Erreiche ich mein gewünschtes Einkommen?
  • Habe ich ausreichend intellektuelle Anregungen?
  • Ist mein Geist beweglich und fit?

Soziales:

  • Habe ich eine gute Beziehung zu meinem engsten Umfeld (Familie, Partner, evtl. enge Freunde)?
  • Habe ich ein gutes und stabiles soziales Umfeld?
  • Fühle ich mich wohl in meinem sozialen Umfeld?

Sinn:

  • Ergibt mein Leben für mich Sinn?
  • Erfüllt mich mein Leben als Ganzes?
  • Bin ich glücklich?

Das hier sind nur ein paar Anregungen, sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner. Du hast bestimmt noch weitere und präzisere Fragen in den einzelnen Bereichen. Vielleicht ist es Dir wichtig, regelmäßig neue Leute kennenzulernen, oder Du legt Wert auf spirituelle Gewohnheiten. Dann erweitere die Frageliste entsprechend.

Diese Bereiche sind nur die wichtigsten vier, die im Gleichgewicht sein sollten. Nimm aber unbedingt auch weitere Bereiche hinzu, die Dir persönlich ähnlich wichtig sind (etwa Finanzen, die Gemeinschaft oder Dein Emotionshaushalt).

Der Jahresrückblick hilft Dir, das alte Jahr sauber abzuschließen. Gleichzeitig zeigt er Dir ein paar Punkte auf, an denen Du mit Zielen für das neue Jahr ansetzen kannst. Beides ist sehr wichtig für Deine persönliche Entwicklung.

 

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5 Kommentare

  1. Guter Artikel! Grüße! “Am Ende eines Jahres sollte man überprüfen, wo man steht” ganz richtig! Das mache ich immer!

  2. Ich tue das immer wieder, aber nicht zwangsläufig am Ende eines Jahres.
    Der Jahreswechsel ist erstmal ein Tag wie jeder andere….
    Solche Phasen der Reflexion sind für mich auch ein Mittel mal “den Gang rauszunehmen” und für eine gewisse Zeit Ruhe einkahren zu lassen.
    Ich mache sowas unter Anderem dann, wenn ich das Gefühl habe, mit Projekten die eigentlich voll auf meiner Linie liegen, nicht adäquat voran zu kommen.

  3. @Michael: Gute Strategie. Du hast natürlich Recht. Für Leute hingegen, die sich das nicht so geübt sind, ist der Jahreswechsel ein guter Einstiegspunkt und quasi das Minimalprogramm.

  4. Diesen Artikel finde ich gut. Beim Durchlesen kamen mir die Punkte Körper, Geist, Soziales und Sinn bekannt vor. Ich hatte das schon mal gelesen, unter der Überschrift “Wie definiere ich Glück?” oder so ähnlich. Jetzt merke ich es mir.
    Zum Beispiel habe ich festgestellt, dass ich beruflich unterfordert war. (Geist) Das viel mir erst auf, als ich auf der neuen Arbeitsstelle ständig mit einem Grinsen auftauchte und daraufhin darüber nachdachte.
    Vielen Dank

    Gruß aus dem Osnabrücker Land

  5. Ich halte das auch so, dass ich regelmäßig einen kleinen Checkup durchführe, wie ich im Leben stehe in Bezug auf die 4 genannten großen Bereiche und zusätzlich meine ausgesuchten Lebensrollen. Das muss nicht unbedingt der letzte Tag des Jahres sein – aber der bietet sich natürlich an (er ist ein “besonderer” Tag ohne weitere Anstrengung), wenn man nicht zu sehr mit Vorbereitungen beschäftigt ist.

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  2. [...] was ist schlecht gelaufen? warum? was schließe ich daraus für das neue Jahr?” (Anleitung für den Jahresrückblick: Wo stehst du?)), Ziele für 2009 aufstellen. Mein großes Hauptziel wird definitiv der Abschluss meines [...]

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