Produktiv arbeiten:
Weniger ist mehr

Ivan Blatter, 4. Dezember 2008 17:50 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Die simpelsten Schritte bringen oft den größten Effekt. Das ist auch in Sachen Produktivität so. Mit einfachen, grundlegenden Veränderungen kommt man weiter als mit immerwährendem Optimieren von Kleinigkeiten.

Eigentlich ist alles ganz einfach: Es gibt nur ein paar wenige grundlegende Punkte, die man beachten sollte, wenn man produktiv arbeiten möchte. Allein mit diesen Punkten wirst Du einen deutliche Steigerung bemerken. Einige dieser Grundlagen möchte ich hier vorstellen:

Fokussieren

Im Fokus werden beispielsweise Lichtstrahlen gebündelt. Aus vielem wird weniges gemacht. In der Fotografie liegt der Fokus auf der Ebene, auf die scharf gestellt wird. Der Rest wird unscharf. Genau so sollte es auch beim Arbeiten sein: Du fokussiert Deine Aufmerksamkeit auf genau eine Sache, und zwar auf die, die Du gerade bearbeitest. Alle potentiellen Ablenkungen schaltest Du aus.

Bei einer Sache bleiben

Beim Fotografieren kann man zwar schnell und einfach auf etwas anderes scharf stellen, doch beim Arbeiten empfiehlt es sich, den Fokus lange auf einem Punkt zu behalten und nicht ständig zwischen verschiedenen Dingen zu wechseln. Wenn Du nicht geübt bist, Dich auf eine Sache zu fokussieren, mögen 15 Minuten schon eine Herausforderung sein. Nach etwa 45 Minuten fokussierten Arbeitens hast Du aber in jedem Fall eine Pause verdient.

Gewohnheiten, nicht Techniken

Um Deine Produktivität zu erhöhen, musst Du Dich mit Dir selbst beschäftigen, denn Du wirst Deine Gewohnheiten ändern müssen. Es wird Dir nicht nur dadurch gelingen, wirklich produktiver zu arbeiten, dass Du eine neue Methode oder Software ausprobierst. Du wirst Deine Produktivität nur dann nachhaltig steigern können, wenn Du neue Gewohnheiten und Routinen erlernst.

Weniger ist meistens mehr

Der gute Pareto hatte recht: Mit 20 Prozent Deiner Zeit erreichst Du bereits 80 Prozent des Resultates. Das exakte Verhältnis spielt keine große Rolle, wichtig ist die Erkenntnis, mit wenigen, aber wichtigen Dingen sehr viel erreichen zu können. Das stimmt gerade auch für Ziele: Such Dir ein paar wenige Ziele aus, die die größte Wirkung haben, und fokussiere Dich darauf. Das wird Dein Leben schneller und nachhaltiger verändern, als Du erwartest.

Schritt für Schritt

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Und ein Ziel erreichst Du nur dann, wenn Du den ersten kleinen Handlungsschritt machst. Kleine Bissen lassen sich einfach herunterschlucken. Teile deshalb alles, was Dich abschreckt, in kleinere Teile auf: Ziele, Pläne, Visionen, Aufgaben.

Organisation

Das Fundament von Produktivität ist gute Organisation. Wie genau Dein System aussieht, ist egal. Hauptsache, es passt zu Dir und Du hast auf alles wichtige schnell Zugriff. Organisiert arbeiten heißt also nicht zwingend, an einem leeren Schreibtisch zu arbeiten. Es muss nicht einmal heißen, an einem aufgeräumten Schreibtisch zu arbeiten, solange Du trotzdem alles sofort findest. Ob Du das auf einem chaotischen Schreibtisch wirklich kannst, wage ich zwar zu bezweifeln, aber ausgeschlossen ist es nicht.

Einfache Grundlagen

Ein Hilfsmittel, um Einfälle sofort notieren zu können, ein Kalender, ein Ort, um Aufgaben festzuhalten, ein paar wenige Ziele und einen Plan, wie Du sie erreichen willst. Mit diesen einfachen Grundlagen kommst Du schon sehr weit. Wenn Du also etwas verbessern willst, dann versuch Dir neue Gewohnheiten bei diesen Instrumenten anzueignen. Der ganze Rest ist nur noch Optimierung.

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8 Kommentare

  1. Susanna Künzl
    schrieb am 5. Dezember 2008 um 07:32 Uhr (#)

    @Konzentration: Das kann ich nur unterschreiben. Multitasking ist eine Illusion – Bügeln und Fernsehen oder Joggen und Musik Hören sind schon die Grenze. Produktive geistige Arbeit lebt von der Konzentration auf eine Sache. Deshalb bleibt bei mir beim Programmieren auch die Musik aus.
    @Einfache Mittel: Weniger ist wirklich mehr. Zu komplizierte Planunstools oder -methoden werden auf Dauer nicht benutzt oder kosten selbst so viel Zeit, wie sie “sparen” sollen. Und selbst einfache Zeitplanungsschemata wollen eingeübt und in Gewohnheit überführt werden – dann klappt es am besten.

  2. Frank
    schrieb am 5. Dezember 2008 um 07:45 Uhr (#)

    Alles Dinge, die wir schon in der Grundschule gelernt haben. Heutzutage werden die logischsten Dinge als Produktivitätstechniken verkauft.

  3. Ulrike Langer
    schrieb am 5. Dezember 2008 um 08:56 Uhr (#)

    Ich habe lange gezögert, mich beim Zeitfresser und Ablenker Twitter anzumelden. Jetzt bin seit gestern doch dabei, weil dort in meinem journalistischen Themenfeld mittlerweile einfach die Musik spielt und es Sinn macht, meinen neuen Blog mit Twitter zu verknüpfen. Aber ich bin mal gespannt, wieviel Selbstdisziplin nötig ist, produktiv zu arbeiten, ohne alle paar Minuten nach neuen Feeds, Kommentaren und Tweets zu schauen….

  4. Stephan
    schrieb am 5. Dezember 2008 um 09:56 Uhr (#)

    @Frank: sicher sind dies einfache Dinge, die eigentlich naheliegend und gesunder Menschenverstand sind.
    Leider habe ich den Eindruck und beobachte das auch bei mir, dass bei vielen Menschen heutzutage dieser Verstand eher krankt und man sich viel zu leicht ablenken lässt oder versucht etliche Dinge gleichzeitig zu tun.
    Insofern ist es durchaus legitim und auch wichtig, derartige “Produktivitätstipps” zu veröffentlichen, denn es hält einem den Spiegel vor und zeigt wie sehr man die einfachsten Dinge aus der Grundschule verlernt hat.

  5. heiko schwardtmann
    schrieb am 5. Dezember 2008 um 10:15 Uhr (#)

    Ich denke, dass es wichtig ist, sich auch die einfachsten “Methoden” und Anwendungen immer wieder und wieder vor Augen zu führen. Nicht wenige Leute stolpern gerade über die Einfachheit der Dinge weil irgendwie erwartet wird, dass komplizierte Probleme auch komplexe Lösungsansätze haben müssen.
    Danke für den Artikel und die Tatsache, dass es einfach so beim Namen genannt wird wie es wirklich ist.
    Herzliche Grüße!

  6. Tanja
    schrieb am 11. Dezember 2008 um 15:16 Uhr (#)

    “Ich denke, dass es wichtig ist, sich auch die einfachsten “Methoden” und Anwendungen immer wieder und wieder vor Augen zu führen. Nicht wenige Leute stolpern gerade über die Einfachheit der Dinge weil irgendwie erwartet wird, dass komplizierte Probleme auch komplexe Lösungsansätze haben müssen.
    Danke für den Artikel und die Tatsache, dass es einfach so beim Namen genannt wird wie es wirklich ist.”

    Völlig einverstanden mit Heiko!!

  7. Schreibt hier auf dem Blog Ivan Blatter
    schrieb am 12. Dezember 2008 um 06:24 Uhr (#)

    @alle: Tolle Diskussion hier, sehr spannend! Wir sind uns offenbar alle einig, dass Ablenkungen und fehlender Fokus zwei der grössten Herausforderungen im Arbeitsalltag sind.

    @Frank: Das ist schon richtig. Meine Eltern (um die 65 Jahre) lesen in meinem anderen Blog regelmässig mit und geben mir ständig die Rückmeldung: “Das ist ja logisch, was Du da schreibst. Das haben wir schon als Kinder so gelernt.” Jüngere Generationen haben das nicht mehr so früh gelernt. Im Gegenteil: Wir sind so aufgewachsen, dass unsere Konzentrationsspanne eher kurz ist. Das ist nicht nur negativ, wir können dafür viel schneller umschalten. Trotzdem ist es wichtig, das anzusprechen und einfache Lösungen zu finden.

  8. Philipp
    schrieb am 5. Februar 2009 um 07:43 Uhr (#)

    In der Schule lernt man das zu machen was dem Lehrer am wichtigsten ist.

    Das geht so lange gut wie man nur mit diesem einen Lehrer zu tun hat. Im laufe des Tages sagen andere Lehrer, Eltern, Verwandte, Freunde, Staat das was Sie machen sei am wichtigsten.

    Produktiv ist man, wenn man das macht was einem selbst am wichtigsten ist.

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