Pageonce:
Persönlicher Assistent im Netz
Der Dienst Pageonce möchte ein persönlicher Assistent im Netz sein. Das Ziel: All die verschiedenen Online-Accounts und -Infoströme an einem Ort zu verwalten und im Überblick zu behalten. Das gelingt leider nicht ganz überzeugend.
Wer viele verschiedene Webdienste nutzt, kennt das Problem: Bei der Vielzahl der Werkzeuge verliert man schon mal den Überblick. Schwierig ist dabei nicht in erster Linie, die vielen Passwörter zu verwalten. Vielmehr buhlen zahlreiche Informationsströme um unsere Aufmerksamkeit: E-Mails bei GMail, Benachrichtigungen aus Social Networks, Versandbestätigungen von Amazon und so weiter. Hier setzt Pageonce an und sammelt alle Meldungen an einem zentralen Ort.
Nach der Registrierung wählt man aus sechs verschiedenen Kategorien diejenigen Webdienste aus, die man bei Pageonce verwalten möchte. Man hinterlegt dabei jeweils Benutzername und Passwort:
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Finance: Hier kann man sich Zugang zu seinen Bankkonten und Kreditkarten verschaffen. Eine ganze Schwemme von Anbietern steht zur Verfügung – mit Abstand der umfangreichste Bereich.
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Shopping: Anbieter wie Ebay oder Amazon fallen in diese Kategorie. Bei Amazon etwa werden die letzten Transaktionen aufgelistet. Daneben werden auch Produktempfehlungen eingeblendet, die aber eher störend wirken – wohl Teil des Monetarisierungsmodells.
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Utilities: Eine etwas heterogene Sektion, in die etwa Mobilfunkanbieter, aber auch Energieversorger hineingehören. Ich habe hier den Online-Speicher Box.net getestet (den Florian hier bereits einmal erwähnt hat), wurde aber etwas enttäuscht. Es wird lediglich eine Liste der heraufgeladenen Dateien angezeigt. Mit den Dateien kann ich ansonsten nichts machen.
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Social: Hierbei handelt es sich um soziale Netzwerke. Myspace, Youtube oder Twitter sind unter anderem dabei. Mächtiger Abwesender: Facebook.
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Travel: Buchungen bei Fluglinien, Hotels und Autovermietungen können hier eingesehen werden. Ein paar wenige europäische Fluglinien sind verzeichnet, ansonsten ist das Angebot – wie auch in den anderen Kategorien – noch sehr an den USA ausgerichtet.
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E-Mail: Die großen amerikanischen Anbieter sind dabei: Die E-Mail-Konten von Google, Yahoo und Microsoft können problemlos betrachtet werden. Europäische Provider fehlen aber auch hier. Immerhin: Anbieter, die in den Listen noch fehlen, können über ein Kontaktformular gewünscht werden.
Die Nachrichtenströme lassen sich gesondert nach Kategorie oder auf einer Art persönlicher Startseite in der Übersicht betrachten. Hier vergibt Pageonce bereits die ersten Punkte. Das Angebot lässt sich nicht wie etwa bei iGoogle oder Netvibes den persönlichen Bedürfnissen anpassen.
Außerdem wird ein Großteil des Platzes durch unnötigen Ballast verschwendet. So werden etwa Empfehlungen gegeben, welche Webdienste man noch zu seinem Portfolio hinzufügen könnte.Über diese kleineren Mängel könnte man getrost hinwegsehen, bei Pageonce vermisse ich jedoch den wirklichen Nutzen. Bisher habe ich die Benachrichtungen von Webdiensten über E-Mail gehandhabt. Zwar stellt Pageonce diese Informationsströme auch dar, damit arbeiten kann man aber weiterhin nicht. Wenn man eine Nachricht aus Myspace beantworten möchte, muss man dies weiterhin dort tun. Bei einer zentralen Anlaufstelle im Netz würde ich mir zudem wünschen, dass man über verschiedene Plattformen hinweg interagieren kann (z.B. ein Foto von Flickr auf mein Profil bei Myspace stellen oder per GMail versenden). Einen größeren Vorteil hat Pageonce möglicherweise, wenn man es über die Blackberry- oder iPhone-Applikation mobil nutzt, so dass man sich gerade nicht mehr die dortige Inbox verstopfen lassen muss. Die beschriebenen Nachteile bleiben aber bestehen.
Ein anderer Aspekt muss in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden: Datenschutz ist im Netz schon in vielen Fällen problematisch – bei Pageonce kommt hinzu, dass verschiedene Dienste, darunter Bankkonten und Kreditkarten, übergreifend zusammengeführt werden. Pageonce versucht, entsprechende Bedenken zu zerstreuen, indem man die Sicherheit des Dienstes u.a. von McAfee und Verisign zertifizieren ließ.
Fazit: Auf den perfekten All-in-one-Manager müssen wir wohl noch etwas warten. Der dürfte dann auch ein bisschen was kosten, wenn im Gegenzug Produktempfehlungen und kontetabhängiges Sponsoring fehlen – denn die vermitteln auch nicht das größte Sicherheitsgefühl.










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