Veränderungen umsetzen:
Je sturer, desto Gewohnheit

Frank Tauber, 7. Oktober 2008 17:14 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Gewohnheit schafft man nur durch Tun. Simples, stures Tun. Multitaskende Mütter sind dafür das beste Beispiel.

Eine Effizienz-Maschine der Superlative? Einfach mal Mutti beobachten. Die schmiert die Pausenbrote, unterschreibt den Mathe-Fünfer und wischt Zahncreme aus Gesichtern. Und das nicht nur just in time, sondern auch nach Prioritäten sortiert und notfalls gleichzeitig.

Und das funktioniert auch noch. Weil mit neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung entwickelte Organisationskonzepte und die neuesten Lifehacks und Tools zur Anwendung kommen? Nein: Weil Mutti gar nicht anders kann. Und genau das gewohnt ist. Das zeigt: Gewohnheit ist die beste To-Do-Liste.

Nun hat es Mutti in einem Punkt einfach: Sie muss sich nicht erst lang vom Sinn ihrer Tätigkeiten überzeugen. Über die Notwendigkeit des Waschens gibt’s eben wenig zu streiten. Doch wie schafft man Routine, wenn der Job nicht nur aus Tagesgeschäft besteht?

Natürlich ist die Basis ein funktionierendes Organisationssystem. “Getting Things Done (GTD)” etwa liefert tolle Ansätze dafür, unspezifizierte Inhalte in eine Systematik einzuspeisen. Doch ein System funktioniert bekanntlich nur, wenn man es konsequent anwendet.

Gewohnheiten schaffen - mit Sturheit

Gewohnheit schafft man nur durch Tun. Punkt. Steht das System, sind die Eingangskörbe definiert und die To-Do-Listen vorbereitet - dann hilft nur ein radikales Umsetzen dabei, das System auch zu leben und eine Gewohnheit daraus zu entstehen zu lassen.

Am besten ist es, die Einführung neuer Gewohnheiten zum Thema Nummer 1 für einen definierten Zeitraum zu machen. Das kann heißen: “Im Oktober hat das Thema ‘Organisation nach GTD’ die allerhöchste Priorität in meinem Leben’. Entwickle die ‘Sturheit’, die schon vielen Rauchern zum erfolgreichen Aufhören verholfen hat. Die Sturheit, bei der eigenen Entscheidung zu bleiben, ohne Wenn und Aber.

Je nach Typ können ein paar Tricks dabei helfen, konsequent zu sein:

  • Informiere Gott und die Welt über Dein Vorhaben.
  • Kleb Dir Erinnerungszettel an den Spiegel, ins Auto, an die Kaffeemaschine.
  • Schreib Erinnerungsmails und setz Dir Outlook-Termine.
  • Mach einen täglichen Termin mit Dir selbst aus, während dem Du nur über das aktuelle Thema nachdenkst.

Viel Erfolg. Am besten fängst Du gleich an. “Gleich” im Sinne von: Jetzt!

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8 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Réka

    schrieb am 8. Oktober 2008 um 09:18 Uhr (#)

    Gerade das Mutti-Beispiel zeigt, dass Gewohnheiten auch gefährlich sind. Weil man diese Tätigkeiten automatisch, ohne Nachdenken ausführt. Na ja, Waschen ist unstreitbar nötig, Bügeln z. B. nicht jedenfalls. Vor einigen Jahren musste Mutti tatsächlich Pausenbrote schmieren, aber jetzt könnte das Kind selbst das tun.
    Viele Mütter geraten in diese Falle: Sogar wenn ihre Arbeitslast offensichtlich zu hoch ist, denkt sie nicht daran, etwas anders zu machen, etwas zu delegieren. Weil sie daran gewöhnt ist, weil sie denkt, dass es von ihr „erwartet“ ist.

  2. Frank Tauber

    schrieb am 8. Oktober 2008 um 09:57 Uhr (#)

    @Réka
    Klar sind Gewohnheiten gefährlich. Wir sollten ja auch nur das Positive bei “Mutti” abkucken… Und sind die Ziele einmal definiert und die richtigen Maßnahmen festgelegt, dann gilt es m.E. doch eben NICHT mehr, den Sinn ständig wieder in Frage zu stellen und darüber zu grübeln - Energie, die dann viel sinnvoller in eben die Umsetzung investiert wird. Auch klar: Regelmäßige Reviews sind notwendig.

  3. Jaja

    schrieb am 8. Oktober 2008 um 11:08 Uhr (#)

    Sag das mal den Autoren Lobo und Co, die doch gerade erst ein Buch über Prokrastination veröffentlicht haben… :)

  4. Florian Steglich

    schrieb am 8. Oktober 2008 um 11:37 Uhr (#)

    » Jaja: Das Buch liegt hier neben mir, wir bringen demnächst eine Rezension :)

  5. Siena

    schrieb am 10. Oktober 2008 um 22:03 Uhr (#)

    So, Mutti widerspricht an dieser Stelle mal.

    Denn sie kann durchaus anders. Und würde auch gerne.
    Wenn Ihr dann vielleicht mal selbst…

    ;-)

  6. Frank Tauber

    schrieb am 11. Oktober 2008 um 11:12 Uhr (#)

    @Siena: Ich bin oft genug selbst Mutti :) Und das auch manchmal gerne (wohl wissend, dass ich das anders sähe, würde das alles sein).

  7. Siena

    schrieb am 11. Oktober 2008 um 20:02 Uhr (#)

    @Frank, naja, an dieser Stelle musste ich einfach mal provozieren, denn ich bin berufstätige Mutter, meine Mutter war berufstätig, meine Großmutter war berufstätig. Deren Mutter allerdings nicht, sie lebt übrigens von 1865-1915…

    aber um zum Thema zurückzukommen: Was Mutti auf Draht hält ist ganz sicher ihre klare Zielvorstellung…in diesem Falle, wie “ihr” Haushalt auszusehen hat ;-)

  8. Siena

    schrieb am 11. Oktober 2008 um 20:03 Uhr (#)

    sorry es muss heißen: …Sie lebte


1 Trackback

  1. links for 2008-10-12 - schorleblog
    (13. Oktober 2008 07:01)

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