Rososo:
Der entspannte Feedreader
Minimalistischer als mit dem ganz neuen Tool “Rososo” kann man RSS-Feeds kaum nutzen. Das geht zwar etwas auf Kosten der Effizienz, ist aber einfach angenehm zu nutzen.
Manch Produktivitäts-Rososo ist seit neun Tagen online, seine Macher waren vorher unter anderem an der Entwicklung des Videoportals vimeo und des extrem reduzierten Taskmanagers Now do this beteiligt. Der Name “Rososo” ist ein Spielchen mit der Abkürzung RSS, und damit sei erklärt, was Rososo ist:
Ein Feedreader, dem so ziemlich alles amputiert wurde, was üblicherweise einen Feedreader ausmacht.
- Es werden keine einzelnen Beiträge angezeigt, sondern nur, ob eine Website seit dem letzten Besuch aktualisiert wurde oder nicht.
- Es gibt keinen Mark-All-As-Read-Button, diese Notwehrlösung gegen Informationsflut, sondern nur die Möglichkeit, die Website zu besuchen oder zu ignorieren.
- Es gibt keinen Weg, interessante Beiträge zu flaggen oder auf eine andere Art und Weise aufzuheben.
- Eine Sortierung und Priorisierung von Feeds ist ebenfalls nicht vorgesehen.
Stattdessen: Man tippt eine Feed- oder Website-Adresse ein, Rososo zeigt die jüngste Aktualisierung an. Es funktioniert nur online, im Browser. Per Klick kommt man direkt auf die Website, hat man sie besucht, geht Rososo davon aus, dass sie gelesen ist, und entfernt sie. Sie ist dann nur noch versteckt unter “Show stale bookmarks” zu erreichen, solange kein neuer Beitrag über den Feed läuft (”stale” heißt soviel wie “abgestanden, schal”).
Der wesentliche Unterschied zu herkömmlichen Feedreadern ist also: Rososo-Nutzer sehen immer nur den Titel einer aktualisierten Website. Kein Thema macht sich wichtig, keine Überschrift buhlt um Aufmerksamkeit. Genau genommen ist demnach die Bezeichnung “Feedreader” in beiden Wortbestandteilen eine grandiose Übertreibung. Und, seien wir ehrlich: Das Ganze ist keine gute Idee, wenn man 50, 100 und mehr Feeds verfolgen will. Es ist erst recht keine taugliche Lösung für Menschen, die zahlreiche Feeds nur scannen wollen – dazu benötigt man die Überschriften und gegebenenfalls ersten Zeilen des Artikels und kann nicht jedesmal zunächst die Website aufrufen, um nachzusehen, ob das, was da neu ist, möglicherweise interessant sein könnte. Man könnte auch sagen: Wieso zum Teufel verzichtet das Ding auf den großen effizienzsparenden Vorteil von RSS, sich nämlich gerade nicht durch Seiten scrollen zu müssen, sondern alles in wenigen Zeilen und auf einen Blick zu bekommen?
Wer aber nur ein paar Seiten im Auge behalten und sich nicht durch einzelne Feed-Items nervös machen lassen möchte, der ist mit Rososo tatsächlich gut bedient. “The peaceful newsreader” nennen die beiden Macher Billy Fowks und Jakob Lodwick ihr Baby; das trifft es ganz gut.
Man kann sich auch registrieren – Name und E-Mail genügen -, was man auch sollte, wenn sich das Tool die einmal eingegebenen Feeds längere Zeit merken soll.
[Gefunden bei Leo]



Artikel per RSS

martin
…ja und welcher feedreader ohne allzu viel schnickschnack kann man denn nun im sinne der produktivität empfehlen? was setzt ihr ein?
Florian Steglich
» martin: Ich nutze NetNewsWire für den Mac, viele andere, auch unter den imgriff.com-Autoren, schwören auf den GoogleReader (siehe z.B. “GoogleReader: Feeds dreidimensional ordnen“). An sich ist das aber weniger eine Frage des Produkts (solange es sich nicht so weit von den üblichen Features entfernt wie Rososo), sondern der Systematik, wie man seine Feeds untergliedert, pflegt und liest. Unsere Artikel dazu findest Du unter dem Tag “RSS-Management”.
Diablo
Ansich ist das schon nach meinem Geschmack. Ich habe auch nicht so viele Feeds aboniert und mag minimalistische Tools recht gern. Bei Zeiten werde ich es mal ausprobieren.