Wenn der Chef Unmögliches verlangt:
Richtig “Nein” sagen

Wer sich jederzeit mit zu viel Arbeit überhäufen lässt, kompromittiert nicht nur die Qualität seiner Leistung, sondern sinkt auch im Ansehen von Vorgesetzten und Kollegen. Ein “Nein” zur richtigen Zeit und im richtigen Ton ist kein Zeichen von Faulheit, Schwäche oder Trotz.

Die Situation kennst du wahrscheinlich auch: Der Chef will, dass du das Projekt noch heute fertig machst, die wichtige E-Mail an den Kunden noch verschickst, die Ablage sortierst und und und – und du hast einfach das Gefühl, du kannst nicht “Nein” sagen, weil der Chef dann sauer wird, vielleicht sogar irgendwas negatives passiert.

Oder weil du nicht als Versager da stehen willst, der etwas nicht gebacken bekommt. Oder vor den Kollegen kein Egoist sein möchtest. Vielleicht willst du aber auch das Gefühl haben, gebraucht zu werden und hast Angst überflüssig zu sein? Ganz egal was:

Am Ende kommt dabei heraus, dass du eben machst, was der Chef will. Manche Chefs nutzen diese Ängste ja auch regelrecht aus und versuchen durch leichte Manipulationen, etwa mit Druck, Einreden eines schlechten Gewissens, Überrumplung oder Schmeicheleien Mitarbeiter zu einem Ja zu bewegen. Da fällt ein “Nein” natürlich besonders schwer.

Dennoch solltest du es tun. Denn wenn du immer nur “Ja” sagst, verzettelst du dich womöglich in der Arbeit, und der Chef ist hinterher erst recht unzufrieden. Frag dich einfach mal ganz realistisch: Was kann wirklich passieren, wenn du “Nein” sagst? Kannst du mit den Konsequenzen leben? Was sind die Vor- oder Nachteile wenn du “Ja” oder “Nein” sagst?

Wenn du zu dem Schluss kommst, dass ein “Nein” gar nicht so schlimm ist, kommt es darauf an, wie du dein “Nein” vorbringst: Wichtig ist, dass du eine ganz klare Ansage machst – das schätzen die meisten Chefs. Und der Ton macht die Musik: Nicht einfach heftig und trotzig mit dem “Nein” herausplatzen, sondern gute Argumente bringen, die der Chef auch versteht.

  • Zeige Verständnis für das Anliegen deines Chefs: Dein ?Nein? ist annehmbarer, wenn du die Motivation des Chefs würdigst und gleichzeitig dein ?Nein? formulierst: ?Ich kann sehr gut verstehen, dass Sie die Informationen für das Gespräch morgen brauchen, aber ich kann Ihnen heute nicht mehr helfen. Sie hätten mir dies gestern sagen müssen.?
  • Begründe dein ?Nein?, damit der Chef besser versteht. Aber Achtung: Rechtfertige dich nicht, sondern mache deine persönlichen Gründe deutlich: ?Mit diesem Budget kann ich das Projekt nicht erfolgreich durchführen.?
  • Bleibe bei dem ?Nein?, biete deinem Chef aber eine Alternative an, was du in dieser Sache tun kannst: ?Ich habe da aber noch eine Idee?? oder ?Heute möchte ich pünktlich gehen, Aber ich mache das gerne morgen früh und es ist fertig, wenn Sie ins Büro kommen.? Auch kleine Zugeständnisse könne hilfreich sein.
  • Wenn du nicht ganz sicher weisst, ob du ?Ja? oder ?Nein? sagen sollst: Nicht vorschnell reagieren. Räume dir eine Bedenkzeit ein., um die Vor- und Nachteile des weiteren Vorgehens abzuwägen. Hierdurch kannst du dir mehr innere Klarheit verschaffen und Argumente sammeln: ?Ich werde Ihnen morgen Bescheid geben??
  • Wenn der Chef immer wieder mit kleinen Aufgaben an dich herantritt, die er schneller und besser selbst erledigen könnte, biete Ihm Hilfe zur Selbsthilfe an: ?Ich gehe mit Ihnen einmal gerne das Ablagesystem durch, damit Sie in Zukunft die Unterlagen auch finden, wenn ich nicht da bin.? oder ?Ich erkläre Ihnen gerne dieses Computerproblem, Sie werden sehen, Sie können es dann immer schnell selbst lösen.?
 

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