Backup (I):
Eine Backupstrategie entwickeln
Das Interesse an Backups ist meist dann am größten, wenn es bereits zu spät ist. Wer seine Daten noch nicht regelmäßig sichert, für den wird es höchste Zeit, sich Gedanken zur Datensicherung zu machen.
Gedanken machen sollte man sich zum Thema Backups ohnehin gelegentlich. Computersysteme verändern sich, und damit auch die Anforderungen an die Datensicherung. Von Zeit zu Zeit bedarf es daher einiger Anpassungen. In fünf Schritten legt man sich dazu eine Taktik zurecht:
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Zu sichernde Daten identifizieren
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Zeitpunkt der Sicherungen festlegen
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Passende Datenträger bereitstellen
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Geeignete Werkzeuge einrichten
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Datensicherung durchführen, überwachen und überprüfen
Welche Daten speichere ich zu welchem Zeitpunkt?
(1.) Bevor man loslegt, muss zunächst einmal klar sein, was man überhaupt sichern möchte. Neben Dokumenten und Mediendateien sind dies Applikationsdaten, Einstellungen von Programmen oder gleich das gesamte Betriebssystem. Je nachdem kommen dazu ganz unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz.
(2.) Die Frage nach dem Zeitpunkt der Datensicherung ist eher eine Detailfrage. Grundsätzlich führt man jeden Tag ein Backup durch, aus zwei Gründen am besten während der Nacht: Erstens läuft die Datensicherung schneller, da die Systemleistung nicht durch das Arbeiten am Computer belastet wird. Zweitens sind die Daten stabil, da zu dieser Zeit nicht auf sie zugegriffen wird.
Die Detailfrage besteht nun darin, dass Backups auf ganz unterschiedliche Art und Weise erstellt werden können: Von einer vollständigen Datensicherung spricht man, wenn alle Daten unabhängig vom Zeitpunkt ihrer letzten Sicherung gespeichert werden. Die Dateien können später relativ einfach wieder zurückgespielt werden. Diese Vorgehensweise kostet aber am meisten Zeit und Speicherplatz. Ein differenzielles Backup sichert alternativ nur jene Daten, welche seit der letzten Komplettsicherung verändert wurden. Das Wiederherstellen der Daten ist dafür nicht mehr ganz so simpel. Eine inkrementelle Datensicherung sichert nur jene Daten, die seit dem letzen inkrementellen Backup verändert wurden. Hier wird noch weniger Zeit und Speicherplatz in Anspruch genommen.
Diese Varianten lassen sich natürlich auch mischen: So könnte man etwa am Wochenende eine vollständige Datensicherung durchführen, während man es unter der Woche bei einem differenziellen oder inkrementellen Backup belässt.
Wie speichere ich meine Daten?
(3.) Für die Datensicherung stehen ganz unterschiedliche Datenträger mit verschiedenen Vor- und Nachteilen zur Auswahl. Primäre Entscheidungskriterien sind der benötigte Speicherplatz und die Anschaffungskosten.
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Optische Datenträger wie CDs oder DVDs sind günstig in der Anschaffung, stellen jedoch nur einen beschränkten Speicherplatz zur Verfügung. Abhilfe könnte hier in naher Zukunft Blu-ray schaffen. Zurzeit sind die entsprechenden Datenträger jedoch noch ziemlich teuer, ganz zu schweigen von der benötigten Hardware.
- Festplatten mit großem Speicherplatz werden immer günstiger. Externe Festplatten können auch unterwegs verwendet werden, Harddisks mit Netzwerkanbindung können im gesamten Netzwerk verwendet werden.
- Magnetbänder haben sich vor allem im Businessumfeld etabliert. Für die Heimanwendung ist die Technik jedoch weniger geeignet.
- Immer mehr Anbieter ermöglichen das Speichern von Daten im Internet, oder man verwendet gleich den eigenen FTP-Server. Trotz schneller Internetverbindungen ist die Datensicherung über das Netz aber noch relativ langsam (mehr dazu in einem separaten Artikel).
Wenn immer möglich werden die Datenträger an einem anderen Ort (als der zu sichernde Arbeitsplatz) aufbewahrt. So umgeht man z.B. bei einem Brand das Problem, dass das Backup mitsamt dem Computer zerstört wird. Die Haltbarkeit der Datenträger ist eher begrenzt. CD- oder DVD-Rohlinge halten oft nicht länger als ein oder zwei Jahre, und für Festplatten scheint es ein verflixtes drittes Jahr zu geben. Dies ist vor allem dann problematisch, wenn man Daten (z.B. Fotos) langfristig archivierenmöchte.
In einigen Fällen bemerkt man erst nach Tagen oder Wochen, dass eine Datei versehentlich gelöscht wurde oder defekt ist. Verwendet man jeden Tag dasselbe Speichermedium, so sind die gesuchten Informationen verschwunden. Es lohnt sich also, mehrere Datenträger einzusetzen, auch wenn dadurch die Datensicherung etwas komplizierter wird.
(4.) Ist die Entscheidung für einen Datenträger gefallen, gilt es, eine geeignete Software für die eigene Datensicherungsstrateige zu finden. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Produkte. Daher wenden wir uns diesen in separaten Beiträgen zu.
Läuft alles rund?
(5.) Es bleibt daher der wichtige Hinweis auf das Überwachen und Überprüfen der Backups: Eine Sicherungskopie nützt wenig, wenn sie im Schadensfall nicht wieder hergestellt werden kann. Man kommt daher nicht darum herum, regelmäßig zu prüfen, ob sich die Backups auch wieder zurückspielen lassen. Datensicherungen werden meist automatisiert. Den Prozess zu überwachen und allfälligen Fehlermeldungen nachzugehen sollte man aber nicht unterlassen.
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5 Kommentare zu diesem Artikel
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(15. August 2008 14:25) - imgriff.com » Blog Archiv » Backup (II): Tools für Windows
(23. August 2008 09:15)
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massimo
mein backupsystem
software: symantec backup exe, für rund chf 80.-
hardware: externe hd 3.5″ mit 160gb, meistens mit zwei sicherungen (alte und aktuelle)….zurzeit eher knapp
> zu hause werden die fotos auch auf eine externe hd verwaltet mit rais1
grüsse Massimo
Artur B.
Also ich nutze AcronisTrue Image. Jeden Monat ein komplettes Image machen, so kann man immer sein KOMPLETTES System wieder draufpacken.
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Zusätzlich jeden Tag (manuell, ohne Software sondern nach eigenem Ermessen) die benutzte wichtigen Dateien auf eine andere externe.
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Besonders bei Notebooks, immer Backups machen, da diese 1.schnelle kaputt sind als PCs und 2.leichte geklaut werden können.
MaikD
Bisher hatte ich meine Datensicherung immer auf diverse USB-Festplatten gemacht. Doch die Angst vor Einbruch/Diebstahl/Brand hat mich jetzt zu humyo.com getrieben. Für 4,16 Euro im Monat bekommt man dort 100GB sicheren Platz. So kann man seine einmaligen Daten (Bilder, Dokumente) sicher ablegen.
Peter S.
Huch … hier ist eigentlich schon alles abgehandelt: http://www.gadgetkiller.info/2008/07/so-bewirtschaften-sie-ihre-backups/
Axel
Moin,
nichts für ungut, aber ich finde diesen Ratgeber gefährlich, weil nur sehr vage auf die mangelnde Zuverlässigkeit der angesprochenen Datenträger eingegangen wird!
Bei Profis längst akzeptiert ist die Sichtweise, Daten als gelöscht zu betrachten, die nur auf einer Festplatte gespeichert sind. Wie richtig festgestellt: Ein Sturz und das war’s. Oft ist das Plattenleben aber auch ohne Sturz eher von kurzer Dauer.
Sichere Medien sind nach meiner Recherche
- professionelle Magnetbänder (DLT, Ultrium) - garantiert werden 20 Jahre
- MO-Disks (Magneto Optical), da auf Glasträger basierend - 10-20 Jahre würd’ ich denen auch zutrauen
DVD-RAMs sind wohl auch ganz gut, da sie interne Fehlerkorrekturmechanismen besitzen.
Trotzdem Vorsicht: Medium ist nicht gleich Medium und Gerät nicht gleich Gerät! So sind die schnellen DVD-RAMs erheblich weniger zuverlässig als die nur für 1-2x freigegeben. Und DLT 40/80 hat den an sich guten Ruf des Formats beschädigt, da die Laufwerke deutlich schlechter sind als die vorangegangenen Generationen.
Als anspruchsvoller Hobbyfotograf habe ich’s mit erheblichen Datenmengen zu tun. Meine persönliche (noch nicht lückenlos umgesetzte) Datenlagerungs- und Backupstrategie sieht daher so aus:
Auf dem Heimserver wird’s zwei Datenbereiche geben: /home auf einem RAID1 und den allgemeinen Bereich auf einem LVM. Beides selbstverständlich verschlüsselt.
/home geht alle paar Tage automatisch DLT (inkrementell).
Die Daten vom LVM gehen wahlweise selektiv auf DVD-RAMs und/oder am Stück auf eine eSATA-Festplatte. In beiden Fällen wird natürlich darauf geachtet, die Privatsphäre auch auf die Backup-Medien auszudehnen. Besonders wichtige Daten kämen für eine doppelte Archvierung auf DLT und DVD-RAM in Betracht.
Viel Arbeit, stimmt. Aber das Prinzip “richtig oder gar nicht” verlangt das leider so…