Das kleine Einmaleins:
Gegen den Strom schwimmen

Florian Steglich, 14. Juli 2008 20:02 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Dinge tun, wenn sie die anderen nicht tun: Das ist nicht nur bei der Geldanlage gut, sondern auch bei Investitionen in das Gut «Zeit».

(Hinweis: Im «kleinen Einmaleins» sammeln wir grundlegende Produktivitäts-Tipps und -Tricks, die auch herausgelöst aus Systemen wie GTD o.ä. hilfreich sind. Hier findest Du die Übersicht aller bisher erschienenen Artikel.

“Antizyklisch investieren”, das ist ein bekannter Grundsatz der Geldanlage – jedenfalls, wenn es über den 25-Euro-im-Monat-Sparkassenplan hinausgeht. Und das sollte man auch bei Investitionen in das knappe Gut «Zeit» so halten:

Wann immer es möglich ist, erledige Deine Dinge dann, wenn die meisten anderen es nicht tun. Das heißt: Wenn Du von zuhause aus arbeitest, geh kurz nach Mittag einkaufen (da bist Du vermutlich sowieso in einem Arbeitstief) statt kurz nach Feierabendzeit, wenn alle Angestellten den Supermarkt stürmen; zieh an einem Vormittag Deine Nummer beim Bürgeramt, statt an diesem einen Tag in der Woche, an dem dort «Dienstleistungsabend» ist; kauf «Poäng» und «Billy» zumindest nicht am Samstag (auch wenn es bei Ikea keine wirklichen Leerlaufzeiten zu geben scheint); kümmer Dich um Saisonartikel am Ende der Saison, denn da sind sie nicht nur günstiger, sondern man streitet sich auch mit weniger Kunden darum; und wenn Du ganz früh aufstehst oder ganz lange wachbleibst, wirst Du ungestört arbeiten können, weil alle noch oder schon schlafen, statt ihre Instant Messenger anzuwerfen, Mails zu schreiben und Twitter-Einträge auszuformulieren.

Keine Rocket Science? Natürlich nicht. Aber wenn man sich ansieht, wieviele Rentner und Studenten 16.30 bis 18.00 Uhr als präferiertes Zeitfenster für den Supermarktbesuch wählen, scheint’s doch noch kein Allgemeinwissen zu sein.

(Mehr zum Thema “Schneller einkaufen” übrigens hier)

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6 Kommentare

  1. communication
    schrieb am 14. Juli 2008 um 20:36 Uhr (#)

    “Alle Kreter lügen, sprach der Kreter….!”
    Ist eigentlich auffällig, dass die ganzen guten Tipps immer System-immanent bleiben. Das Meta-System als solches wird als gegeben angenommen und aktzeptiert, innerhalb des Systems wird dann an Gewinnoptimierung gearbeitet.
    Wenn ich den Beitrag ernst nehme, würde das doch heißen: Alle arbeiten daran, ihre System zu perfektionieren (GTD) “Gegen den Strom schwimmen” würde dann doch heißen, den manischen Perfektionismus zu lassen und wahr-zu-nehmen, dass man lebt und zuzulassen, dieses zu er-leben.
    Nur – dass ist gegen das 2. Gebot der Wirtschaft:
    1) Gewinnmaximierung steht an erster Stelle
    2) Das System als solches darf nicht hinterfragt werden.
    Und so dreht sich der Hamster in seinem Rädchen weiter, macht To-Do Listen und fühlt sich glücklich dabei, weil er beschäftigt ist.
    An allem darf er zweifeln, nur nicht an seinem Zweifel…

  2. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 14. Juli 2008 um 21:11 Uhr (#)

    » communication: Die Tipps bleiben meist systemimmanent, das stimmt – es geht aber nicht darum, alle zu Produktivitätshamstern zu erziehen, sondern darum, Zeit fürs Wesentliche (was das ist, sei jedem selbst überlassen) zu bekommen; das kann man so lesen, als würde hier das «Meta-System» kritiklos akzeptiert, vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Gegensatz Arbeit-Leben, den Du hier aufmachst, keine Prämisse dieses Blogs ist.

  3. communication
    schrieb am 14. Juli 2008 um 21:39 Uhr (#)

    vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Gegensatz Arbeit-Leben, den Du hier aufmachst, keine Prämisse dieses Blogs ist.

    Ich stelle jetzt einfach mal eine Behauptung auf – sie kommt nicht aus dem Nichts, sondern ist durch sehr viele Erfahrungen im Job gedeckt:

    Wenn Du Dich selber, wenn jeder Leser Eures Blogs (den ich für sehr gut, sehr informativ und sehr gediegen halte) sich selber frägt, ob es für ihn/sie einen Gegensatz Arbeit – Leben gibt, würde des größte Teil voller Freude sagen: NEIN
    Grund: Die Frage ist an den falschen Adressaten gestellt: Du musst die Partner/Partnerin, die Kinder, die Freunde und Bekannte fragen.
    Wenn ich meine Klienten um ihre Beziehung von Arbeit und Leben frage, antworten viele: Sie haben ihr Hobby zu ihrem Beruf gemacht.
    Frage ich ihren Partner / Partner, kommt jedesmal die Antwort:
    Workaholic.
    Seltsam – oder?

  4. Finja
    schrieb am 14. Juli 2008 um 22:40 Uhr (#)

    seltsam – ich finde nicht, dass “workaholic” eine negative beschreibung eines menschen ist…

  5. Feylamia
    schrieb am 17. Juli 2008 um 09:49 Uhr (#)

    Aber wenn man sich ansieht, wieviele Rentner und Studenten 16.30 bis 18.00 Uhr als präferiertes Zeitfenster für den Supermarktbesuch wählen, scheint’s doch noch kein Allgemeinwissen zu sein.

    Mir scheint, die Uni Leipzig hat angenehmere Vorlesungszeiten als die meisten anderen. Hier in NRW sind die Zeiten, wo Studenten nur zwischen 10 und 14h mal zwischendurch zwei Stunden zur Uni mussten, auf jeden Fall schon lange vorbei. ;)

  6. Benjamin
    schrieb am 6. August 2009 um 22:14 Uhr (#)

    Workaholic ist meiner Meinung nach nur dann Negativ, wenn es um eine Arbeit geht, die man macht weil man muss und bei der man keine Freude hat. Ist dies nicht der Fall, warum sollte man dann nicht viel arbeiten?

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