Viele Rechner, eine Peripherie

Dominik Tschopp, 10. Juli 2008 18:24 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

An vielen Arbeitsplätzen steht heute mehr als nur ein Computer. Es wäre unpraktisch, wenn man für jeden einen eigenen Bildschirm, Tastatur und Maus auf dem Schreibtisch unterbringen müsste. Die Peripherie lässt sich zum Glück gemeinsam nutzen.

Für die Verbindung mehrerer Rechner mit nur einem Set von Monitor, Maus und Tastatur gibt es Hardware- und Softwarelösungen.

Hardware
Über sogenannte KVM-Switches können Tastatur, Maus und Bildschirm mit mehreren Computern verbunden werden. Dazu schließt man seine Peripheriegeräte zunächst am Switch an und verbindet diesen einzeln mit jedem Computer.

Drei Kabel sind dabei jeweils nötig, was schnell zum Kabelsalat führt. Im Businessbereich kommen daher meist Geräte zum Einsatz, die die verschiedenen Signale über das Netzwerk leiten. Natürlich schlägt sich das im Preis nieder, ein Vergleich mag sich vielleicht dennoch lohnen. Viele Kabel können durchaus auch teuer werden. Der Pluspunkt bei der Hardwarevariante: Ist erst einmal alles verkabelt, funktioniert sie ohne weitere Konfiguration der angeschlossenen Systeme.

Software
Wer die Kosten für die Anschaffung der benötigten Hardware scheut, kann alternativ per Software auf die verschiedenen Computer zugreifen. Etliche kostenlose Tools stehen dafür zur Verfügung (siehe unten). Diese müssen jeweils auf allen beteiligten Systemen konfiguriert werden, was einen nicht unerheblichen Aufwand mit sich bringen kann.

  • Wer mehrere Windowssysteme koppeln möchte, verwendet am besten Microsofts hauseigenen Remote Desktop. In Windows XP (Pro) und Vista (Ultimate, Business und Enterprise) ist dieser standardmäßig enthalten. Die Clientsoftware für andere und ältere Windowsversionen lässt sich in Microsofts Download Center nachrüsten. Es steht sogar eine Mac-Version zur Verfügung. Beim Client besteht jedoch eine Einschränkung: Zwar kann man mit ihm auf andere Rechner zugreifen. Umgekehrt geht das aber nicht.
  • Eine andere Variante ist die Freeware Input Director, die nur für Windows erhältlich ist. Sie kann allerdings nur Tastatur- und Mauseingaben verarbeiten. Ein Bildschirm muss man für jeden Computer separat zur Verfügung stellen. Bei zwei Rechnern noch machbar, danach aber nicht mehr sinnvoll. Auf dem Mac erledigt die gleiche Aufgabe die Freeware Teleport.
  • Synergy ist Open Source und läuft auf praktisch allen Betriebssystemen. Wie bei Microsofts Remote Desktop kann man mit ihr auf andere Rechner zugreifen. Leider stammt die letzte Version aus 2006 und ist daher wohl nicht mehr uneingeschränkt nutzbar. Um die Konfiguration für das Tool zu erleichtern, wurden verschiedene GUIs entwickelt: QuickSynergy läuft beispielsweise auf Mac OS X und Linux.
  • Unter Windows und Unix/Linux läuft TightVNC (Open Source), eine Weiterentwicklung des bekannten RealVNC (von dem nur eine einfache Version als Freeware zur Verfügung steht). VNC wird auch von weiteren Programmen unterstützt. So lassen sich mit dem Apple Remote Desktop auch Macs einbinden. Letzteres Programm kostet aber eine Stange Geld und ist daher eher im Businesskontext angesiedelt. Zum Glück gibt es auch hier beispielsweise mit Vine Server eine kostenlose Alternative.

Der Varianten gibt es viele. Wenn Ihr mit diesen oder anderen Lösungen Erfahrungen gemacht habt, freuen wir uns über Kommentare!

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5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Björn

    schrieb am 11. Juli 2008 um 09:25 Uhr (#)

    Und wie funktioniert das mit der Verkabelung bei den Software-Lösungen? Hat Rechner B) etwa nur ein Stromkabel und Netwerkkabel?

  2. Dominik Tschopp

    schrieb am 11. Juli 2008 um 12:45 Uhr (#)

    @Björn: Nein, für den zweiten Rechner braucht man natürlich auch weiterhin Strom- und Netzwerkkabel, was durchaus auch zum Kabelsalat führen kann. Aber im Vergleich zur Hardwarevariante kann man wenigstens drei weitere Kabel sparen.

  3. hirotake

    schrieb am 12. Juli 2008 um 09:21 Uhr (#)

    Zu empfehlen ist auch http://www.logmein.com

    Im privaten Bereich ist es kostenlos und der Zugang ist per web von überall aus möglich. So halte ich auch auch den support für die PCs der Familienmitglieder aufrecht.

    Zusatzoptionen in den kostenpflichtigen businessvarianten können für den geneigten user auch sinnvoll sein.

  4. humpaaa

    schrieb am 12. Juli 2008 um 20:09 Uhr (#)

    OS X beinhaltet einen VNC-Server. Mit Leopard kann man auch ganz einfach auf andere Rechner mit Boardmitteln zugreifen. Für ältere Betriebssysteme tun es diverse kostenlose VNC-Clients wie Chicken of the VNC. Apple Remote Desktop ist eher eine Lösung für Systemadministratoren.

  5. intuitiv

    schrieb am 14. Juli 2008 um 16:24 Uhr (#)

    Wer eine universelle und kostenfreie Lösung zum Fernsteuern verschiedener Technologie sucht, der sollte sich mal mRemote anschauen. Gibt’s auch als portable Version.
    Damit lassen sich unter einer Oberfläche VNC, RDP und noch viel mehr verwalten und steuern.

    Stefan


2 Trackbacks

  1. rausgebloggt.de
    (10. Juli 2008 23:27)
  2. Remote Desktop: Überall derselbe PC » imgriff.com
    (18. November 2008 18:38)

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