Texte auf Lesbarkeit testen

Zwischen einer locker geschriebenen E-Mail und einer wissenschaftlichen Arbeit liegen Welten der Lesbarkeit. Mit einem Online-Tool lässt sich testen, wie verständlich ein Text ist.

Es ist nicht schwer, zwischen der Komplexität eines Werbeslogans («Immer lecker bei Deinem Bäcker») und der des letzten Briefs vom Amt (bei dem man schon an der Betreffzeile gescheitert ist) zu unterscheiden. Für die Feinabstimmung jedoch gibt es Hilfsmittel: Gleich mit mehreren Formeln lässt sich die Lesbarkeit von Texten berechnen – einen Überblick gibt es in diesem Wikipedia-Eintrag.

Aber keine Sorge, wir lassen Euch jetzt nicht rechnen. Denn auch hierfür gibt es glücklicherweise ein Online-Tool:

Auf der Website leichtlesbar.ch kann man einen beliebigen Text (Minimum 21 Zeichen) in ein Eingabefeld kopieren und sich per Klick einen Wert ausrechnen lassen. Dem Tool liegt der Flesch-Index für Leseleichtigkeit zugrunde, der im Wesentlichen davon ausgeht, dass kurze Wörter und kurze Sätze leichter zu lesen und zu verstehen sind als lange (detailliertere Erklärungen unter dem Punkt «Die Flesch-Formel»).

Als Ergebnis des Tests kommt eine Zahl zwischen (in aller Regel) 0 und 100 heraus. Dazu gibt es eine Einordnung dieses Wertes: 91 bis 100 Punkte stehen für einen extrem leicht verständlichen Text (auf dem Niveau etwa der 5. Klasse), für einen Wert von 0 bis 20 soll es eines Hochschulabschlusses bedürfen. Interessant sind auch die ungefähren Angaben zu den Textarten, die mit einem bestimmten Punktwert korrespondieren:

  • Ein durchschnittlicher Comic liegt zwischen 90 und 100,
  • klassische Werbeslogans zwischen 80 und 90,
  • die Artikel einer Boulevardzeitung bei 50 bis 60,
  • NZZ und FAZ dagegen bei 20 bis 40
  • und die Formulierungen Allgemeiner Geschäftsbedingungen zwischen 0 und 10.

Weitere Beispiele finden sich auf der Website – einfach mal ein paar Beispiele auf der Festplatte oder im E-Mail-Posteingang suchen und ausprobieren!

Dieser Text hier übrigens hat einen Wert von 43 Punkten: Ein durchschnittlich lesbarer Blogeintrag also, entsprechend einer normalen Tageszeitung – Ihr müsstet ihn laut des Lesbarkeits-Tests auch ohne Mittelschulabschluss oder Abitur verstanden haben …

» Lesbarkeits-Test bei leichtlesbar.ch

(Gefunden im Toolblog)

 

5 Kommentare

  1. im übrigen gibt es dazu für das blogsystem wordpress auch ein plugin. es nennt sich

    FD Word Statistics

    und findet sich unter diesem namen auch im plugin-repository von wordpress.org. die seite dazu vom entwickler:

    http://flagrantdisregard.com/wordstats/

    nebst dem flesh-index werden noch zwei werte ermittelt, die beide angeben, wie viele jahre schulbildung mensch durchschnittlich genossen haben muss, um den text zu verstehen.

    kleiner hinweis: da ich es selbst getestet habe, sei angemerkt, dass der beitrag mindestens einmal gespeichert werden muss, damit das plugin die werte errechnet (autosave gilt nicht). d.h., wenn mensch text verändert, muss ebenso erst gespeichert werden, um die neuen werte zu erhalten.

    aber auch vielen dank für den linktipp, so kann man nun auch texte ohne wordpress auf lesbarkeit prüfen.

  2. Liegt nahe: Gleich mal DIESEN Artikel gecheckt ;)

    “Ihr Text besteht aus 21 Sätzen mit 336 Wörtern, wovon 218 verschiedene. Sie haben total 597 Silben benutzt (Endsilben auf -e zählen nicht).

    Das ergibt einen Flesch-Wert von 40.”

    Das bedeutet:
    31 bis 40: etwas schwierig (Mittelschule)

    Im Vergleich entspricht das dem Text einer “durchschnittlichen Zeitung” oder gar schon einer “anspruchsvollen Zeitung: NZZ, FAZ usw.”

  3. » asaaki: Danke für die Ergänzung, kannte ich noch nicht! Allerdings frage ich mich, ob es innerhalb eines Blogs große Unterschiede zwischen den Texten gibt.

    » Truman: Habe ich doch auch gemacht, siehe letzter Absatz – ich kam allerdings auf einen Wert von 43. Ich glaube, ich hatte die Überschrift dabei, wahrscheinlich war der Wert deshalb höher als bei Dir.

  4. Ich finde das dies ne sinnlose Spielerei ist.
    Wichtig ist doch das man mit der Zeit ne Fangemeinde aufbaut und wem es nicht interessiert, oder wer seine Themen zu schwer oder wie auch immer zu lesen ist, der muss ja nicht dabei bleiben…
    Kurz gesagt, recht kann man es sowieso nie allen machen…. in diesem Sinn – kann man vergessen… ;-)

  5. Was ich auch ganz gut finde ist das Tool hier: http://www.txt-check.com/
    Das gibt neben dem Flesch-Wert noch Lesbarkeitswerte nach Gunning, Smog und Coleman aus.

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