Das kleine Einmaleins:
Singletasking

Auf dem linken Ohr Kundenakquise per Handy, mit der rechten Hand Überweisungen im Onlinebanking losschicken, mit Grimassen den Termin fürs Meeting mit dem Kollegen ausmachen: Multitasking sieht wunderbar busy aus. Produktiv wird man anders.

(Hinweis: Im «kleinen Einmaleins» sammeln wir grundlegende Produktivitäts-Tipps und -Tricks, die auch herausgelöst aus Systemen wie GTD o.ä. hilfreich sind. Hier findest Du die Übersicht aller bisher erschienenen Artikel.

Dieser Tipp ist dem letzten – alarmtönende Geräte auszuschalten – ganz ähnlich: Auch hier ist das Ziel, konzentrierter arbeiten zu können. Der Unterschied: Alarmlärm kommt von außen; hier geht es darum, dass man seine Konzentration nicht selbst behindert:

Wenn Du eine Aufgabe zu erledigen hast, die wirklich Konzentration erfordert, dann beschäftige Dich auch wirklich nur mit dieser einen Aufgabe. Versuch erst gar nicht, parallel noch diesen Input zu verarbeiten und jene Mini-Tätigkeit auszuführen.

Denn das wird sich unweigerlich bei mindestens einer der Arbeiten auswirken (diverse Studien beschäftigen sich mit den negativen Folgen von Multitasking, vgl. etwa diese beiden älteren Artikel: 1, 2).

Wohlgemerkt: Es geht vor allem um Tätigkeiten, die eine doch deutliche Mitarbeit des Hirns benötigen – wer einen Kaugummi in den Mund schiebt, während er die Mail eines Mitarbeiters liest, wird dadurch keine dramatischen volkswirtschaftlichen Schäden verursachen *. Für jene Tätigkeiten empfiehlt sich das Singletasking aber dringend. Es führt zu besseren und schnelleren Ergebnissen, weil sowohl weniger Fehler durch Ablenkungen entstehen als auch der «Arbeitsflow» beschleunigend wirkt – in den man nur gerät, wenn man seine Aufmerksamkeit selbstvergessen einer einzigen Sache widmet.

Singletasking bedeutet also: Man beschäftige sich mit immer genau einer Aufgabe – und stelle dabei nicht nur seine Kommunikationsgeräte so ein, dass sie keine Geräusche von sich geben, sondern eliminiere auch möglichst alle anderen potentiellen Ablenkungen: Programmfenster schließen, Instant Messenger schließen, Schreibtisch freiräumen, bis hin zu neutralem Bildschirmhintergrund – zumindest, wenn ansonsten ein Foto der letzten Party oder ähnliches als solcher dient.

* Mir ist es andererseits schon zweimal in meinem Leben passiert, dass ich einen Kaugummi im Mülleimer und das Papier im Mund plaziert habe, weil ich mit den Gedanken woanders war.

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1 Kommentar

  1. Singletasking
    schrieb am 22. Juli 2011 um 23:13 Uhr (#)

    Es kann auch eine Vorbeugung gegen Burnout sein…

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