Live von der re:publica:
Die Neue Arbeit

Florian Steglich, 3. April 2008 15:30 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Seit gestern findet in der Berliner Kalkscheune die “Bloggerkonferenz” re:publica statt. Neben zahlreichen Panels und Podien rund um Weblogs und andere Netzkulturen gibt es auch eine Diskussion mit Frithjof Bergmann zum Thema “Neue Arbeit” – wir bloggen live.

Beamer, Zuhörer auf dem Boden, verteilte Texte: Es herrscht Seminaratmosphäre im “Workshop 1″-Raum auf der re:publica. Nach einem knappen Ritt durch 25 Jahre der Entwicklung von Bergmanns Thema “Neue Arbeit” – am Anfang habe eine große Enttäuschung mit allem, was “links” ist, gestanden – geht es vor allem um zwei aktuelle Projekte:

  • Das “Hallenprojekt”, für das sich eine Gruppe in Berlin engagiert: Der Plan, gemeinschaftliche Räume zum Arbeiten zu schaffen, die mehr sind als ordinäre Büros mit Mietvertrag. Thema “Co-Working”, Dunstkreis kreative Klasse, Freelancer, Webworker, digitale Bohème – die Leute mit den Laptops auf dem Schoß.
  • Das erste “postindustrielle, elektrische Auto”. Das ist das aktuelle Projekt von Bergmann. In Detroit, im Stadtteil Highland Park, und genauer: in dem Gebäude, in dem Henry Ford zum allerersten Mal sein Fließband angewandt hat, soll es fabriziert werden. Die Technologie dahinter ist “Rapid Prototyping“, der “Fabrikator”, wie Bergmann es nennt. Ein Fabrikator ist grob, aber gar nicht sehr verfälschend gesagt ein 3-D-Drucker. Etwas größer als ein Kühlschrank, etwa so teuer wie ein Auto selbst.

Es ist leider nicht genug Zeit in der Veranstaltung, um das Projekt des elektrischen Autos wirklich zu vermitteln, es bleibt der Eindruck eines, nun ja, doch eher gewagten Ansatzes. Interessant dabei ist aber: Es geht um tatsächliche, materielle Produktion. Das führt das Thema “Neue Arbeit” weg von der Beschränkung auf Projekteinderpipeline-Macbookimcafé-Kreative. Es geht nicht nur um Wissensarbeiter und Webworker. Klarer und vermittelbarer wird das Ganze aber auch nicht dadurch, dass Bergmann sehr übergreifend denkt und arbeitet – es geht dann schnell auch um Trinkwasserreinigung in Afrika und “Change”-Trends in Amerika (wir reichen ggf. weiterführende Links nach, stay tuned).

Klar ist jedenfalls: Bergmann meint es ernst. Beim Autoprojekt arbeitet er mit Forschern der TU Aachen zusammen, das Ding soll gebaut gedruckt fabriziert werden.

Das Hallenprojekt behandeln wir bei Gelegenheit auch nochmal gesondert (hier schon mal mehr Infos), das Thema Co-Working verdient ohnehin mehr Platz.

Update: Jochen von der Karrierebibel saß auch im Seminar.

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