Post-its sinnvoll nutzen
Wenn man seine Produktivität steigern möchte, sind es meist nicht die großen Konzepte, sondern die kleinen Alltagshacks, die die ersten Erfolge zeigen. Für diesen hier braucht man nur ein paar kleine Post-it-Klebezettel.
Von Peter Giesecke
Viele nutzen Post-its, diese kanariengelben Klebezettel, und zurecht wird davor gewarnt, seinen Monitor damit einzurahmen. Das sieht nicht schön aus, und ich persönlich würde schon daran scheitern, meine eigene Schrift zu entziffern. Übersicht ist etwas anderes. Dennoch verwende auch ich dieses selbstklebende Etwas - als Lesezeichen.

Einiges zu lesen: Die Post-its markieren die Artikel, die ich beim ersten Durchblättern interessant fand.
Post-it-Lesezeichen können nicht herausfallen. Holt man das Buch aus der Tasche, ist nichts verrutscht. Man kann genau dort weiterlesen, wo man aufgehört hat. Sogar der Absatz lässt sich mit einem Post-it markieren. Aber das ist trivial. Dennoch ist das Post-it ein Produktivitätssteigerer erster Klasse. Vor allem, wenn eine der zahlreichen Fachzeitschriften ins Haus kommt:
Lesestoff abschätzen
Diese Zeitschriften haben es in sich. Der Seitenumfang ist immer ungefähr gleich. Was einen selbst davon interessiert, kann jedoch alles sein oder nichts. Manchmal blättert man nur mal schnell durch, manchmal lässt ein Themenschwerpunkt die Zeit vergessen. Dann ist es ratsam, am Schreibtisch sitzen zu bleiben oder auf dem Sofa zumindest Papier und Stift griffbereit zu haben, um ja keinen Geistesblitz verloren zu geben.
Hier kommen die Post-its ins Spiel. Landet eine neue Zeitschrift auf meinem Schreibtisch, blättere ich das Heft zunächst einmal durch und markiere mit einem Post-it jeden Artikel als lesenswert, der interessant für meine Arbeit oder für mein Leben zu sein scheint. Das unterscheidet sich nicht groß von der Durchsicht meiner Inbox. Auch hier kann man eine Zwei-Minuten-Regel beherzigen. Sofern man etwas Zeit hat, sollte man den einen oder anderen Kurzartikel direkt lesen. Das bringt Spaß und vermeidet eine völlig zugeklebte Zeitschrift.
Wichtiges herausfiltern
Was auf den ersten Blick ein Arbeitsschritt mehr ist, spart einem letztlich Zeit. So sieht der konkrete Nutzen aus:
- Lesestoff abschätzen. Beginnt man beim Lesen auf Seite eins, weiß man nicht, was hinten im Heft noch kommen bzw. wie lange man brauchen wird, um alles zu lesen.
- Unwichtiges nicht lesen. Hat man erst einen Überblick, kann man aussortieren - abhängig davon, wieviel Zeit man hat. Bei allen unwichtigen Themen wird der Klebezettel entfernt. Möchte man eine Zugfahrt ausnutzen, lässt sich der Lesestoff exakt darauf zuschneiden.
- Wichtiges zuerst lesen. Der Überlick ermöglicht es auch, das Wichtige zuerst zu lesen. Geht einem dann doch an unerwarteter Stelle Zeit verloren, kann man die übrig gebliebenen Post-its aus der Zeitschrift entfernen und diese als gelesen ablegen. Den wichtigen Lesestoff hat man ja bereits als erstes gelesen.
Ich nutze die Klebezettel bereits seit Jahren. In der Größe, die ich verwende (siehe Foto), sind sie allerdings schwer erhältlich. Der normale Schreibwarenhandel führt meist nur andere Größen. Die Post allerdings - sofern man noch eine Filiale in seiner Nähe hat - bzw. deren Shop-Partner McPaper führt die Post-its in der (für mich) passenden Größe.
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6 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- imgriff.com » Blog Archiv » Magazinartikel für später bookmarken - ohne Post-Its
(11. März 2008 13:30)
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Rolf F. Katzenberger
Für Zeitschriften und andere, weniger kostbare Medien sind Haftnotizen sicher geeignet, aber wie oben angedeutet als Lesezeichen für hochwertige Bücher würde ich sie nicht verwenden:
http://www.lifehack.org/articles/lifehack/advice-for-students-twenty-uses-for-a-post-it-note.html
Es gibt auch Archive, die das verwenden von Post-Its in Büchern deswegen explizit untersagen:
http://www.staluzern.ch/texte/benutzungsordnung.pdf
http://www.ag.ch/staatsarchiv/shared/dokumente/pdf/benutzungsordnung_staatsarchivs.pdf
Marcus
Die schmalen Klebezettel gibt es regelmäßig bei den Gebrüdern Albrecht.
ckr
Windows flottmachen? Ein Oxymoron.
Gab
Wohin eigentlich mit all den Notizen, die man nicht gleich braucht? Ich habe noch nirgends einen vernünftigen Vorschlag für ein Handarchiv gefunden, oder bin ich blind? Hat jemand einen Tipp?
Florian Steglich
» Gab: David Allen und Leo Babauta empfehlen als Handarchiv schlichte Mappen (sog. Einstellmappen), die man von A-Z beschriftet. Siehe hier. Meinst Du sowas?
Gab
Ja. Danke. Vor lauter Wald…