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Ideen vom Ingenieur

Von Florian Steglich am 10. Januar 2008 um 16:45 Uhr Kommentare (2)
Kategorien: Kreativität, Wissensmanagement

Die besten Ideen kommen unter der Dusche (auf dem Klo / in der Badewanne), so nimmt man gemeinhin an. Die Magdeburger Firma Zephram sieht das ganz anders. Sie produziert Ideen in der Fabrik.

Zephram ist aus einem Forschungsprojekt des Magdeburger Professors Graham Horton entstanden. “Idea Engineering” hieß das Projekt und heißt der Ansatz, nach dem das Unternehmen Ideen produzieren will. Ideenfindung nach Ingenieurmaßstäben, planbar, berechenbar und messbar. “Ideen haben den Ruf, etwas Zufälliges zu sein, tatsächlich sind sie ein Rohstoff, den man produzieren kann wie Autos oder Fernseher”, wird Horton von der Financial Times Deutschland zitiert. Wenn es nach ihm geht, muss sich niemand mehr darauf verlassen, dass ihn irgendwann mal ein Geistesblitz ereilt.

Für Firmen wie BMW oder Microsoft veranstaltet Zephram “Ideenfabriken”, in denen mehrere hundert Rohideen entworfen werden. Als zentrales Mittel der Ideenproduktion haben sie den Perspektivwechsel identifiziert. Er ist das Gegenmittel zur Betriebsblindheit, die es den Mitgliedern einer Organisation - um es mal soziologisch zu formulieren - verwehrt, auf nötige, wirklich neue Ideen zu kommen. Eine Methode wie etwa das Brainstorming beinhaltet dagegen nicht zwingend einen Perspektivwechsel und könne darum keine eingetretenen Pfade verlassen.

Als einfachstes Beispiel für einen Perspektivwechsel wird auf der Zephram-Website die “Mr.-X-Technik” angeführt: Was würde Chuck Norris tun? Was ein Kind vorschlagen? (Ob Apple die Idee der Dockingstation wohl so entwickelt hat?)

Zu den wichtigsten Methoden, einen Perspektivwechsel herbeizuführen, gehört für Zephram außerdem die Provokation. Dabei wird systematisch widersinnig gedacht: Angenommen, Fußballfelder wären rund; was wäre daran besser? Und auf den Firmennamen sind die Gründer von Zephram durch die Methode der Umkehrung gekommen. Sie überlegten sich, was sie gerade nicht haben wollten: den Namen eines bekannten Ingenieurs aus der Geschichte, und fanden so das Gegenteil: Einen Ingenieur aus der Zukunft, Zephram Cochrane, den Erfinder des Warp-Antriebs.

» Website von Zephram

» Und ein Blog haben die Magdeburger auch

[Thema bei merkur.de gefunden]



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2 Kommentare

Andreas Hobi (schweizweit.net)

Vor einiger Zeit habe ich einen TV-Bericht über die Bieler Firma BrainStore gesehen. Diese Firma geht ähnliche Wege wie Zephram.

Es war sehr interessant zu sehen, wie BrainStore zu den Ideen kam und diese an die Firmen weiterverkaufte.

Den TV-Bericht findet man hier: http://www.brainstore.com/index.cfm?p=2246 (3 x 10 Minuten)


[…] verschiedene Techniken, um den Ideenfluss anzukurbeln. Und dafür muss man nicht immer gleich eine Ideenfabrik […]


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