Zeit sparen mit DVDs und Podcasts

Marcel Weiss, 29. Oktober 2007 19:14 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Die Epoche, in der wir die Zeitsklaven der Programmchefs waren, ist vorbei.

Seit ich normales, also zeitabhängiges, Fernsehen nahezu komplett bei mir abgeschafft habe, bin ich nicht nur glücklicher. Jetzt wieder Herr meiner Zeit, kann ich jederzeit meinen sozialen und anderen Verpflichtungen nachgehen und konsumiere trotzdem wesentlich besseres Fernsehen und Rundfunk. Wenn man es denn noch so nennen möchte.

Egal wie man es dreht und wendet, zeitabhängiges TV oder auch Rundfunk sind eine Zumutung. Zu einem festen Zeitpunkt hinsetzen und konsumieren? Please.

Filme und Serien kann man per DVD konsumieren (es gibt auch illegale Beschaffungsmöglichkeiten, aber das empfehlen wir hier natürlich nicht). Einige deutsche öffentlich-rechtliche Sender bieten mittlerweile auch im Internet die Möglichkeit, ausgewählte Sendungen zu sehen und/oder per Podcast zu beziehen:

Zugegeben, die Angebote sind teilweise noch recht dürftig und auch erst ein Anfang. Aber es lohnt sich, diese Seiten einmal näher anzuschauen.

So habe ich beispielsweise die Tagesschau als Podcast abonniert (Was ist ein Podcast, Programme für Podcasts). Praktisch: Ich muss mich nicht Punkt 20 Uhr pünktlich zum Gong hinsetzen, um die Tagesschau zu geniessen. Ich kann auch erst halb Neun oder um Neun Uhr reinhören. Mir ist nebenbei da auch etwas aufgefallen: Es scheint vollkommen zu reichen, den Ton der Tagesschau zu konsumieren. Ich hab bis dato die Bilder dazu noch nicht vermisst. Deswegen reicht mir die kleine, schnell runtergeladene MP3-Datei. Die Tagesschau gibt es aber natürlich auch als Video-Podcast.

Links zu Podcastseiten von öffentlichrechtlichen Rundfunksendern findet man in der Sidebar der ARD-Mediathek. Besonders lange Informationssendungen bieten sich für Podcasts geradezu an. Wer hat schon immer Zeit zum Ausstrahlungszeitpunkt.

Tv und auch Radio zeitversetzt konsumieren zu können, hat viele Vorteile:

  • Simply the best: Man zappt nicht, sondern schaut zielgerichtet. Man lässt sich nicht im Sumpf des Mittelmaßes treiben, sondern kann gezielt die Perlen rauspicken. Da man diese konsumiert, wenn man dafür Zeit hat, steigt die Qualität dessen, was man sich anschaut ungemein. Im Idealfall hat man auf einmal die Zeit, all die großartigen Dokumentationen anzuschauen (weil man für sie nicht mehr bis nach Mitternacht wach bleiben muss).
  • Mehr in weniger Zeit: Schaut man beispielsweise Serien per DVD, wird man beim ersten Mal überrascht sein, wie schnell eine Episode vorbei ist. Eine normale einstündige Episode ohne Werbung dauert in der Regel netto zwischen 40 und 42 Minuten. Halbstündige Sitcoms ca. 21 Minuten. Werbung, auch wenn sie schnell lautlos geschalten und auf dem Klo ausgesessen wird, ist ein leicht zu unterschätzender Zeitfresser. Wir haben uns einfach viel zu sehr daran gewöhnt.
  • Flexibel: Da muss ich nix zu sagen, oder?
  • bewusstes Konsumieren: Wenn man sich bewusst für das Konsumieren entscheiden muss, anstatt “einfach mal gucken was läuft”, steigt die Hemmschwelle zur hirnlosen Procastrination. Am besten ist es deswegen sowieso, den regulären TV-Anschluss abzuschaffen. So beschränkt man sich darauf, auch wirklich nur das zu schauen, was man unbedingt sehen will.

Abschließend sei gesagt, man nehme sich auch in acht: Berüchtigt ist das “Nur-noch-eine-Episode”-Syndrom bei Serienjunkies mit DVD-Quelle. Ich habe mittlerweile gelernt, die eine oder andere Serie gar nicht erst anzufangen, wenn ich die nächsten Tage nicht notfalls extra viel Zeit freimachen kann..

Nutzt Ihr Podcasts? Schaut Ihr noch zeitabhängig fern oder lebt Ihr schon? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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14 Kommentare

  1. Michael
    schrieb am 29. Oktober 2007 um 22:16 Uhr (#)

    Ich habe meinen Fernseher vor über 2 Jahren abgeschafft und bereue es nicht. Es gibt einfach viele schöne und bessere Dinge als sich vom Fernsehen berieseln zu lassen. Da gehe ich lieber ab und an ins Kino und schnappe mir ein gutes Buch.

  2. Mario
    schrieb am 29. Oktober 2007 um 22:59 Uhr (#)

    Podcasts sind eine Super Sache nutze sie seit einem Jahr mit meinem Nokia e61.
    Außerdem kann ich xxx.onlinetvrecorder.com empfehlen. Hier können alle gängigen Programme aufgezeichnet und später zum anschauen heruntergeladen werden.
    Ich schaue seither nurnoch was mich wirklich Interessiert.

  3. Robert
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 07:00 Uhr (#)

    genau, den Onlinetvrecorder wollte ich auch gerade vorschlagen, ein wahrer schatz des Internet und seitdem schau ich auch nur noch Fußball (weil live) im TV, alles andere wird aufgezeichnet und ich habe es auf meinem Rechner und kann es sehen wann ich will. Erstaunlich ist dabei auch, wie viel man gar nicht mehr sehen will. dadurch merkt man erst, wie unwichtig einige Formate sind und wieviel zeit das planlose hin und herzappen verschlingt….

  4. kandelaber
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 10:25 Uhr (#)

    Ich habe immer noch keinen guten Podcatcher der nicht iTunes heißt gefunden.

  5. Stephan
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 10:39 Uhr (#)

    Nutze bisher save.tv aber da das Abo im Nov. auslaeuft bin ich auf der Suche nach etwas mehr internationalen wo z.B. BBC mit dabei ist. Darf natuerlich was kosten. Hat einer nen Tipp ?

  6. o-hanami
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 11:02 Uhr (#)

    Ich kann Festplattenrecorder nur empfehlen – Wenn man Lust auf Fernsehen hat, kann man das anschauen, was man will und ist komplett unabhängig.

    Benutze ich für Soaps und Arte-Reportagen. Kein sinnloses rumgezappe mehr.

  7. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 11:30 Uhr (#)

    Michael: Klar, Firstlife und Bücher sind auch toll, dachte, das muss man nicht extrra erwähnen. :)
    -
    Mario&Robert: Onlinetvrecorder habe ich auch eine Zeit lang verwendet. Auf Dauer wurde mir das aber zu aufwändig.

  8. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 11:32 Uhr (#)

    o-hanami: yep, Festplattenrecorder sind praktisch. In den USA gibt es mit TiVo eine noch einfacher zu bedienendere Gerätengattung. Schade, dass es das noch nicht bis hierher geschafft hat.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 11:43 Uhr (#)

    kandelaber: Für Windows Mediamonkey, sobald die neue Version 3 rauskommt. Die kommt mit einem hervorragenden integrierten Podcatcher. Ist allerdings noch beta.
    -
    Stephan: Die BBC hat auch ein Onlinearchiv.

  10. kandelaber
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 12:24 Uhr (#)

    Prima, danke.

  11. Kai Kroker
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 23:03 Uhr (#)

    Also ich muss auch dem Festplattenrekorder mein Lob aussprechen. Bei meinem Gerät gibt es die sehr praktische Einstellung “1.5x”, womit man dann das Fernsehen je nach Gattung noch einmal beschleunigen kann.

    Sehr empfehlenswert ist es, sich A-Team Folgen auf anderthalbmalsoschnell anzuschauen. Da wird “Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert” zu “Ichliebeeswenneinplanfunktioniert” und das ist einfach zu komisch.

    Außerdem macht mein Rekorder alle paar Minuten ein neues Kapitel, so dass man bequem über die Werbeblöcke drüberzappen kann. Auch sehr praktisch.

    Und: Blogs lesen, kommentieren und im Web surfen sind natürlich auch noch valide Ersatzdrogen für TV-Konsum (obwohl ich noch nicht so sicher bin, ob das wirklich besser ist ;-))

    Auf jeden Fall ist das aktuelle Fernsehprogramm wirklich eher eine Zeit- und Kraftvernichtungseinrichtung als der so oft vorgegebene “Eskapismus”-Apparat…

  12. Kai Kroker
    schrieb am 30. Oktober 2007 um 23:05 Uhr (#)

    Was ich noch vergessen habe:
    Ich habe einen iPod Anschluss in meinem Auto nachrüsten lassen. Dadurch wird die 45minütige Fahrt zur Arbeit doch wesentlich erträglicher.
    Radio ist ja auch nicht mehr das, was es mal war. Besonders im Ruhrgebiet gibt es nicht wirklich große Auswahl…

  13. Holger Dieterich
    schrieb am 31. Oktober 2007 um 01:07 Uhr (#)

    Ein TV-Programm zum Zeit sparen: Bei moviepilot.de kann man sich eine persönliche Liste von Filmen zusammen stellen lassen, die demnächst im Fernehen laufen und einem garantiert gefallen werden. Der Trick dabei ist, dass man vorher Filme bewertet und moviepilot so den eigenen GEschmack kennen lernt.

    Aufgrund dieser Empfehlungen programmiere ich ab und zu meinen Festplattenrekorder und habe nun immer gute Filme im Haus.

    Full disclosure:
    Ich fand die Idee so gut, dass ich inzwischen Diplomand bei moviepilot bin.

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