Der Link am Morgen:
Die Bürogemeinschaft
Ich bin immer etwas skeptisch, wenn “Co-Working” als neuer Trend aus den hippen Metropolen der Welt ausgerufen wird, weil das für mich nichts anderes ist als eine “BG”, eine Bürogemeinschaft, die analog zur WG auf das Prinzip “Schöner arbeiten durch Kostenteilung” setzt. So sind dann für den Studenten die Altbauwohnung und für den Selbständigen der A3-Farblaserdrucker drin. Und die Kaffeemaschine, der Konferenztisch, die Flatrate mit Lichtgeschwindigkeit. Keine neue Idee. Aber wenn sie so schön beschrieben wird wie im Philadelphia Inquirer, dann wird sie trotzdem ganz klar Leseempfehlung für heute:
» A step Up From Working In PJ’s (philly.com, Jane M. Von Bergen, gefunden via lifedev.net)
Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!
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6 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- imgriff.com » Blog Archiv » Live von der re:publica: Die Neue Arbeit
(3. April 2008 15:30)
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Alexander Greisle
In einem gut umgesetzten guten Konzept geht es um deutlich mehr als um “Bürogemeinschaft” und Kosten teilen. Dann gibt es ein paar Benefits, die die wachsende Schaar der Einzelkämpfer und mobile Worker sonst nicht hätte (und im deutschen Sprachraum nicht hat, da Investoren auch diesbezüglich noch etwas konservativ sind).
Johannes Kleske
Wort drauf, Herr Greisle, da kann ich nur zustimmen. Klar, es geht erstmal um Bürogemeinschaften. Aber die spannenden CoWorking-Ideen gehen weit darüber hinaus. Wenn ich so verfolge, wer bei Citizen Space (Coworking in SF) alles so ein und ausgeht und was dort an Events und Aktionen läuft hat das mehr mit einer realen Community-Plattform als mit einem Büro zu tun.
Auch in Deutschland wirklich frisch ist die kommerzielle Form des Coworking, bei dem ein Business darauf ausgerichtet ist, Reisenden für einen Tag einen Schreibtisch etc. zur Verfügung zu stellen.
Habe das Thema übrigens in meinem Blog und beim Barcamp in Frankfurt ausführlich behandelt.
Alexander Greisle
Ui, Herr Greisle, jetzt musste ich mich schon mal umsehen, ob mein Vater hinter mir steht ;-)
Ich finde es auch interessant, dass es wenig konkretes gibt. Das mag etwas an der schon vorhandenen Komplexität liegen. Zumindest wenn es mehr wie eine Bürogemeinschaft sein soll. Davon gibt es genug, letztlich sind auch die ganzen “innovativen” Existenzgründerzentren, friendsfactories und Business-Center nichts anderes. Mir geht das alles nicht weit genug. Ich will unter anderem
- ein flexibles Arbeitsplatzmenü, frei belegbar, mit allen denkbaren Möglichkeiten
- umfassende Technik-Unterstützung, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Nutzer (nur ein paar Stichworte: Web-Conf-Angebote, Storage, virtuelle Projekträume, Wiki-Spaces; also weit mehr als WLAN)
- unterstützende Dienstleistungen, die mir das Leben erleichtern, weit über den Telefon- und Briefkastendienst hinaus
- ein flexibles Betreibermodell mit hoher Abrechnungs- und Nutzungsflexibilität
- eine Umgebung, die das Networking und Kooperationen unterstützt und fördert
- Raum für die soziale Interaktion, weit über die kleine Kaffeeküche am Ende des Ganges hinaus
- Events und Networking
Dann reden wir über Co-Working und nicht über Bürogemeinschaften. Vielleicht schreib ich nach dem Urlaub doch noch mal ausführlicher über das Konzept.
Florian Steglich
» Johannes: Ich hätte meinen Schreibtischstuhl darauf verwettet, dass Du hier kommentierst ;) Vielleicht liegt meine Skepsis daran, dass ich mir auch die Bürogemeinschaft schon immer in Richtung Coworking-Konzept vorgestellt habe. Aber gut, wenn Events etc. hinzukommen, ist das tatsächlich eine andere Stufe.
Kai Müller
Das klingt alles immer total knorke, nur frag ich mich, wann genau die leute was arbeiten? event hier, kaffee da, hier noch mit dem connecten, dann skypet die X, dann das…
kommt man so unfreiwillig zur 4-hour-week?
Alexander Greisle
Da die Leute in solchen Konzepten immer sehr ergebnisorientiert und selbstbestimmt arbeiten ist das in aller Regel ueberhaupt kein Problem. Abgesehen davon ist es heute ja durchaus anerkannt, dass Kommunikation und kreatives Arbeiten auch Arbeiten ist. Und dafuer sind eher traditionelle Arbeitsumgebungen nun mal eher suboptimal.