Tipps vom Papst

Peter Hogenkamp, 21. August 2007 10:42 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Es ist doch erstaunlich, wie dicht die großen Heilslehren (Weltreligionen, Esoterik, GTD) manchmal beisammenliegen. Gestern hörte ich auf SWR3 die “Gedanken”, das ist das tägliche Wort-zum-Sonntag im öffentlich-rechtlichen Radio.

Nach längerem Suchen nicht auf swr3.de, sondern via Google, fand ich die Gedanken von Dr. Peter Kottlorz, Rottenburg, Katholische Kirche, hier sogar im Volltext. Ich habe mir frevelhafterweise ein paar Kürzungen erlaubt.

Gelassenheit.

Papst Johannes der XXIII. hat Zehn Gebote der Gelassenheit geschrieben. Das erste heisst: “Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.”

Wie gut ich das kenne: mir immer wieder zuviel vorzunehmen, immer wieder auch die Ansprüche an mich selbst zu hoch zu schrauben. Deshalb ist es nur sinnvoll und richtig, dass ich mir nicht zuviel auflade. Dann könnte es klappen, dass ich bei dem, was ich tue gelassener werde und vielleicht auch zufriedener mit dem Ergebnis. Wenn ich zwar weniger erreiche, aber das “Wenigere” das ich mir vorgenommen habe, auch schaffe!

Jedes der Zehn Gebote der Gelassenheit beginnt mit den Worten: “Nur für heute”. Auch das gefällt mir an diesen Geboten. Da gibt es keine großen Pläne oder auch keine harten Schnitte, sondern nur für heute wird geplant, nur für heute wird gedacht oder gehandelt, in ganz bescheidenen kleinen Schritten.

Stimmt, “nur für heute” ist wirklich ein guter Trick.

Eine Grundregel gegen Prokrastinieren lautet ja analog: “Ich mache das jetzt nur 15 Minuten lang” – denn nichts ist so schrecklich, dass man es nicht 15 Minuten lang aushalten könnte. Meist schafft man dann deutlich mehr als 15 Minuten.

Die weiteren Gebote der Gelassenheit von Johannes XXIII. finden sich bei Wikiquote.

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2 Kommentare

  1. larf
    schrieb am 21. August 2007 um 12:22 Uhr (#)

    Diese Grundregel ist aber auch sehr davon abhängig, ob man sich selbst belügen kann …

    Wenn ich weiß, dass ich gestern schon nach “nur heute” gelebt habe, kann der Druck immer höher werden.
    Ebenso die 15 Minuten: wenn es um eine ungeliebte Aufgabe geht, bei der mit Sicherheit mehr als 15 Minuten investiert werden müssen – da hat man doch immer im Hinterkopf wie groß die Aufgabe tatsächlich ist.

  2. Peter Hogenkamp
    schrieb am 21. August 2007 um 12:29 Uhr (#)

    Das ist sicher so, aber ich finde den Wechsel von Minute 0 zu Minute 1 deutlich schwieriger als den von Minute 1 zu Minute 16.

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