Nur Du und Dein Text

Es könnte so schön sein. Ein langer Text ist zu schreiben, ein spannendes, aber komplexes Thema, etwas, das der vollen Aufmerksamkeit bedarf. Man setzt sich an den Laptop, der auf dem leeren Tisch steht, vor der weißen Wand, und fängt an zu formulieren …

Aber dann ist da das Lineal da oben und die Seitenränder und all die Formatierungsoptionsfenster und das aufpoppende Skype-Fenster und die Versuchung, mit dem Mauszeiger mal eben nach unten zu gleiten, um nachzusehen, ob eine neue Mail da ist; und da ist das Urlaubsfoto als Bildschirmhintergrund und der von Icons übersäte Desktop – und schon steht man auf, um sich einen Kaffee zu machen, vielleicht bringt der die erhoffte Konzentration.

Dabei ist die Lösung des Problems in wenigen Minuten heruntergeladen und installiert.

WriteRoom heißt das Original für den Mac, DarkRoom der Nachbau für Windows, und beide Programme beschränken sich auf das Allernötigste, das man braucht, um einen Text am Computer zu schreiben: Einen Bildschirm und Buchstaben.

Screenshot Writeroom Klein

Und so gibt es zu WriteRoom/DarkRoom auch nicht viel zu erklären: Man schreibt im Fullscreen-Modus, und zwar sowas von im Fullscreen-Modus, dass man tatsächlich konzentrierter an einem Text arbeitet. Die Farben sowohl des Hintergrundes als auch der Schrift sind frei wählbar, die Seitengröße ebenso. Wenn man möchte, wird die aktuelle Zeile markiert, integriert ist außerdem ein Wort-, Zeilen- und Zeichenzähler und eine automatische Speicherfunktion. Nur Du und Dein Text. Wenn ich mein Stück Lieblingssoftware wählen müsste, WriteRoom/DarkRoom wäre ganz vorne dabei.

» Zum Download von WriteRoom (für Mac)
» Zum Download von DarkRoom (für Windows)

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14 Kommentare

  1. Andreas (schweizweit.net)
    schrieb am 15. August 2007 um 19:56 Uhr (#)

    Danke vielmal für den Tipp! :) Habe mir den WriteRoom gleich runtergeladen. Ist echt genial, das Programm.

  2. Andre
    schrieb am 15. August 2007 um 20:03 Uhr (#)

    Und was ist mit Linux?

  3. Mick
    schrieb am 15. August 2007 um 21:22 Uhr (#)

    Das wäre in der Tat der fast schon ideale Editor für den schnellen ersten Wurf. Leider ist die Statistik-Funktion CTR+/ über die Schweizer Tastatur nicht aufrufbar. Und damit wird das nutzlos für alle, welche auf Länge schreiben. Auf der US-Tastatur wäre das die Taste rechts von unserem Punkt. Aber die will nicht… schade.

  4. Edo Z.
    schrieb am 15. August 2007 um 22:45 Uhr (#)

    Die bessere Lösung wäre es, an seinen Aufmerksamkeitsdefiziten zu arbeiten und sich einfach mal auf etwas zu konzentrieren, anstatt sich einen grotesk leistungsarmen Editor zu installieren.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 15. August 2007 um 22:51 Uhr (#)

    » Edo: Was kann ein Editor mehr leisten als mich bei dem zu unterstützen, worum es bei einem Text geht: dem Inhalt? Niemand hat vorgeschlagen, damit eine Habilitation zu bearbeiten.

  6. Claudio
    schrieb am 16. August 2007 um 09:59 Uhr (#)

    @Edo: Ja, da hast du schon recht! Und die Zeit, die man braucht, um alles noch umständlich nachher noch zu formatieren kann man dann noch etwas Sinnvolleres machen! Übrigens: Auch bei einer Habil geht es grösstenteils um den Inhalt, Florian!
    Mir hat Writroom auf jeden Fall nichts gebracht, als ich das Programm vor einem Jahr mal getestet habe.

  7. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 16. August 2007 um 10:22 Uhr (#)

    » Claudio: Natürlich geht es auch bei einer Habil um den Inhalt :) Aber der wird eben auch in Fußnoten und kapitelweise organisiert, dafür wäre WriteRoom also Unfug. Das wollte ich sagen. Ich weiß von einigen “Textarbeitern”, dass ihnen das Schreiben im reduzierten Fullscreenmodus sehr hilft, mir geht es ebenso, aber wie immer gilt auch hier: Es ist keine Lösung, die für alle passt.

  8. Rafa
    schrieb am 17. August 2007 um 00:29 Uhr (#)

    Naja, WriteRoom ist so eine Sache… ich denke auch, dass man selber einfach mehr Disziplin zeigen sollte, denn so schwer ist das gar nicht. Den inneren Schweinehund kann man überwinden, man muss sich in diesem Fall nicht selber austricksen. Das kann man bei anderen Sachen machen ;)

    WriteRoom kann allerdings wirklich dem einen oder anderen gefallen. Erwähnenswert ist, dass man Edit in WriteRoom in so ziemlich jeder Cocoa-Anwendung benutzen kann (ähnlich TextMate). Das fehlte mir in diesem Beitrag, ansonsten weiter so!

  9. Ced
    schrieb am 13. Februar 2008 um 18:15 Uhr (#)

    Andre, https://edge.launchpad.net/pyroom

  10. Thinkabout
    schrieb am 28. Februar 2008 um 00:48 Uhr (#)

    Hallo Mick,
    Dein Problem hatte ich auch. Lösung, wenigstens zur Not:
    Taste F11 – dann erscheint das Fenster verkleinert und es hat oben eine nette Menuzeile: Dort wählst Du View und da findest Du Deine Statistik. Musst das Fenster zwar danach wieder schliessen, um weiter schreiben zu können – aber es ist dennoch eine Hilfe.

  11. Mick
    schrieb am 28. Februar 2008 um 07:47 Uhr (#)

    Danke für den Tipp, Thinkabout. Ich arbeite unterdessen mit Q10, da funktioniert alles perfekt. Und ich kann die Wort/Bustabenstatistik am Ende noch übers Clipboard in den Text einfügen, wie es die Redaktionäre gerne haben.

  12. sojusnik
    schrieb am 24. September 2010 um 13:35 Uhr (#)

    Empfehlung meinerseits:

    FocusWriter – http://gottcode.org/focuswriter/

    Plattformübergreifend, aktuell (letztes Update 23.09.10), simpel und durchdacht – ladet zum Schreiben ein!

    Ist meiner Meinung nach um Längen besser als pyRoom, Darkroom bzw. Writeroom samt Konsorten.

  13. Martin L.
    schrieb am 27. September 2010 um 09:55 Uhr (#)

    Du schreibst davon das dich z.B. Desktop-Hintergrund und Icons ablenken. Das regt mich zu einigen Äußerungen an:

    - Zuerst einmal: die große Masse aller Desktop-Hintergründe ist so unregelmäßig, das sich viele Icons verstecken. Das fühlt sich in der Arbeit an wie ein überfüllter Schreibtisch, also absolut nicht effizient. Darum ist mein Tipp sich ein Herz zu fassen und einen einfachen Hintergrund einzustellen. Zum Beispiel uni Schwarz. Niemand hindert einen daran das Foto in althergebrachter Weise neben den Monitor zu stellen. Das hat den schönen Nebeneffekt das das Foto selbst auch besser wirkt weil es nicht mehr von Icons verdeckt wird. Und, ganz nebenbei: es wirkt einfach professioneller wenn man mal eine Präsentation mit dem eigenen Laptop hält.

    - next up: Der Desktop war bei mir lange ein Sammelplatz für Icons die keinen besseren Platz haben und für Icons von Programmen, die ich eh über das Startmenü oder Shortcuts gestartet habe. Ich vermute ich bin da kein Einzelfall. Nach einer radikalen Kur ist mein Desktop nur noch temporäres Zwischenlager, das wöchentlich gelehrt wird. (zumindest theoretisch…) Es hat geholfen das ich dank Tools auch noch den “Arbeitsplatz” etc. vom Desktop ins Startmenü verbannt habe, denn es ist ein befreiendes Gefühl, einfach nur einen schwarzen, leeren Bildschirm zu haben und zu wissen, das alles an seinem Platz ist.
    (Ich gebe allerdings zu das ich ein “Tastaturmensch” bin und mir eher Namen merke, für “Mausmenschen” oder Menschen die eher räumlich denken mag das kein guter Weg sein.)
    Auch hier ein Punkt zum Thema Präsentationen: Es hat zu erheiternden Diskussionen geführt das einer meiner Professoren an “meiner” Uni ein Icon auf seinem Laptop hatte mit dem Titel “virtual woman 2000″. Nach kurzer Recherche war klar das es sich um akademisches Material aus seinem Forschungsbereich handelt, aber der größte Teil der Studenten machten sich natürlich nicht die Mühe mal eine Suchmaschine anzuschmeißen. Schade um diesen Teil seines Rufes…

    Fazit: Wenn der PC das Haupt-Arbeitsgerät ist, dann sollte man in seine Organisation wohl mindestens so viel Mühe stecken wie in das restliche Selbstmanagement. Das mag darin liegen ein Programm zu verwenden wie das vorgestellte, das mag darin liegen seine Ordner nach GTD-Prinzipien zu ordnen. Das Hauptproblem scheint mir aber zu sein das es für viele Menschen eine geistige Hürde gibt, die Prinzipien des “normalen” Selbstmanagements auch auf die Technik auszudehnen. Vielleicht sollten wir den PC einfach manchmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten?

  14. nik
    schrieb am 9. Oktober 2010 um 17:05 Uhr (#)

    Gott, ja, write room. Brauchts ein extra Programm dafür? Unter Windows empfehle ich einen Plain-Text-Editor wie Notepad2 (mein Favorit). Auf jeden Fall sollte er multibytefähig sein, Notepad2 bietet dazu noch reichlich Tastatur(!)features, um einfach Text umzustellen, mit Leerzeichen einzurücken o.ä. Einfach aber effizient.

    Das die Macht des plain text unbestritten ist, hat einst schon “Der pragmatische Programmierer” erkannt. Wenn ich (Home office) alle Nase lang mal im Büro am Firmensitz bin, bin ich immer entsetzt, wie die Mitarbeiter auf die Möglichkeiten ihres Office-Paketes fixiert sind.

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