Analog ist besser
Textdokumente auf USB-Sticks, Palm und Pipapo - Dave Terry ist Software Architekt und hat jede Menge digitaler Lösungen für Notizen ausprobiert. Und sich dann fürs Papier entschieden.
In einem ausführlichen Erfahrungsbericht bei DIYplanner.com erzählt Terry, wieso er sowohl für den Beruf als auch für sein Privatleben auf ordinäre Notizbücher setzt. Seine Gründe sind ganz ähnliche wie die von Paul Saffo und Stan James, über deren Moleskine-Liebe wir hier schon mal geschrieben haben:
- Schneller Zugriff auf die Notizen durch die Chronologie
- Die Möglichkeit, Diagramme und Skizzen sehr frei zeichnen zu können
- Kein Akku, der leer wird
- Besseres Erinnern durch händisches Zeichnen und Schreiben
Der fehlenden Suchfunktion setzt er einen selbsterstellten Index auf den hinteren Seiten seiner Notizbücher entgegen. Das klingt mühsam, dürfte aber ebenfalls das Erinnerungsvermögen an die notierten Inhalte stärken. Weitere “Hacks” ergänzen seine Notizbücher:
- Er stempelt jede Seite mit einem Datumsstempel und schreibt Wochentag und Uhrzeit des Eintrages dazu.
- Er notiert am Anfang des Tages die zu erledigenden Aufgaben mit Checkboxen zum Abhaken.
- Bei Meetings hält er Startzeit und die Teilnehmer fest, ergänzt um einen phänomenal einfachen, aber extrem hilfreichen Trick: Auf einer kleinen Zeichnung des Konferenztisches aus der Vogelperspektive notiert er die Namen der Anwesenden, in der Reihenfolge wie sie um den Tisch herum sitzen. Vor allem bei Meetings mit neuen Gesichtern eine hervorragende Gedächtnisstütze.
- Neben Skizzen zum Meeting schreibt er separat die “Action Items” auf, die sich für ihn ergeben - eine Liste neuer Aufgaben also.
Mehr zu Terrys System - inklusive Erklärung seiner zusätzlichen Farbcodes - im Originalartikel bei DIYplanner.com.
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5 Kommentare zu diesem Artikel
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Horst Tisch
Bei mir hat sich praktisch das selbe System ergeben. Selbst mit einem vornummerierten Protokollbuch habe ich gearbeitet. Mittlerweile nutze ich aber Atoma Copybooks, sind flexibler.
Der Rest ist ähnlich inkl. Farbcode und Datumstempel. Ich bin echt erstaunt.
Marcel Weiss
Der Tipp mit der Zeichnung ist hervorragend. Besonders für Leute wie mich, die mit einem fürchterlich schlechten Gesichtergedächtnis ‘gesegnet’ sind.
Florian Steglich
» Horst: Die Atoma-Produkte sind ganz schick, aber ich kann Ringbindung einfach nicht leiden, daran scheitern sie bei mir :)
» Marcel: Ja, nicht? Seitdem ich den Trick neulich schon mal irgendwo gelesen habe, warte ich auf ein Meeting, bei dem ich endlich mal jemanden NICHT kenne.
Marcel Weiss
hehe
Peter Hogenkamp
Ha! Das mache ich schon seit Jahren! Wieso bin ich eigentlich nicht Guru oder sowas?
Das mache ich seit drei oder vier Jahren, um den Effekt zu kompensieren, dass nach Vorstellungsrunden am Anfang die Schweizer nach einer zweistündigen Sitzung immer noch alle sämtliche Namen wissen, während ich früher immer auf das zehnmalige “Wiedersehen, Herr Hogenkamp, hat mich gefreut” nur mit “Wiedersehen, mich auch!” antworten konnte. Jetzt schiele ich kurz vor Ende der Sitzung nochmal auf meinen Zettel und verabschiede denn Herrn Weber, Herrn Lehmann, Frau Stierli, Herrn Michel, Herrn Leuthard etc. etc. alle mit Namen und sie sind schwer beeindruckt. Mit Verlaub: Ich behaupte, von Herrn Weber habe ich mal einen Auftrag bekommen, weil er sich so gefreut hat, dass ich mir seinen Namen gemerkt hatte.
Dumm nur: Vor der zweiten Sitzung mit denselben Leuten nützt einem das nichts mehr. Wenn der Kunde mich elektronisch einlädt, kopiere ich mir manchmal die Teilnehmerliste ins Bemerkungsfeld vom Termin und schaue sie vorher nochmal schnell an. Hat auch schon genützt.