Der Kartenfresser fürs Networking

Cardscan Personal: Visitenkarten verwalten ohne mühsames Abtippen. Ein kleines Bürohelferlein, das funktioniert.

In den USA ist es nichts besonderes, ein vorgestern gekauftes Gerät heute kommentarlos zu retournieren. Deshalb habe ich mir heute einen Visitenkarten-Scanner geleistet, in der ziemlich festen Überzeugung, das Ding morgen zurückzubringen: Das kann ja nicht funktionieren. Aber einen Versuch ists wert; der Stapel von gegen hundert Karten auf meinem Schreibtisch geht mir nämlich langsam auf die Nerven.

Jedenfalls habe ich die Verpackung im Hinblick auf die morgige Rückgabe sorgfältig geöffnet, und den Zettel mit der Versicherung “Zufriedenheit oder Geld zurück” lächelnd zur Kenntnis genommen.

Fünf Minuten später war ich nur noch erstaunt. Der Scanner wird per USB angeschlossen und bezieht auch seinen Strom über das Standard-Kabel; er hat keinerlei Knöpfe oder sonstige Bedienelemente und frass die erste Karte nach drei Minuten Installationsaufwand.

Das Resultat ist verblüffend:

Aus jeglichem Schriftensalat und all den andern Schweinereien, mit denen die meisten Leute ihre Business-Cards unlesbar zu machen versuchen oder einfach nur die Telefonnummer möglichst gut verstecken, filtert der kleine Kartenfresser mit unglaublicher Präzision die relevanten Daten, jagt sie durch die Zeichenerkennung und plaziert sie in den richtigen Adressfeldern. In der Anwendung, die mit dem Scanner geliefert wird, wird zum Datensatz immer auch das Bild der gescannten Karte angezeigt, so dass Korrekturen auch dann möglich sind, wenn die Karte schon im Altpapier liegt. Aber Korrekturen sind in den wenigsten Fällen nötig.

Fünf Minuten nach der Einrichtung hatte ich 73 neue Adressen auf meinem Rechner – der Scanner hat zwar keinen automatischen Einzug, frisst aber die eingeschobenen Karten nahtlos und braucht für jeden Scan (gestoppte!) zweieinhalb Sekunden. Die Software nimmt all die Bildchen entgegen und verarbeitet sie in einem Affentempo en bloc.

Und dann exportiert sie die Daten nicht nur in fast jedes andere Adressprogramm (Outlook und Palm in meinem Fall), sondern sie SYNCHRONISIERT die Datenbestände. Auch das funktioniert praktisch auf Knopfdruck.

Und schliesslich bringt der kleine Tausendsassa eine Anwendung im Internet mit, die zwar datenschützerisch bedenklich, aber für Büroarbeiter ein Traum ist: Nach einem Export der Adressen in den Online-Service von CardScan verschickt dieser alle fünf Monate eine Email an sämtliche enthaltenen Kontakte und bittet um allfällige Korrekturen.

Google würde sich ob dieses Visitenkarten-Soziogramms wohl die Finger lecken, und CardScan versichert, die Daten niemandem zur Verfügung zu stellen – ausser den Gesetzeshütern, wenn sie gute Gründe haben…

Ich finde, der kleine Klotz ist jeden der 149 Dollar wert, die ich dafür hingeblättert habe. Das Gerät funktioniert nicht nur, es ist insgesamt so designt, wie man sich das wünscht: funktional durchdacht und intuitiv bis in die hinterste Ecke der Software.

Anmerkung: Dieser Test ist bereits etwas älter. Inzwischen ist der Cardscan Personal durch ein neues Modell abgelöst worden.

» Herstellerseite

 

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2 Kommentare

  1. Hm…. das klingt ja verlockend. Ich hab’ nämlich längst aufgegeben, alle Visitenkarten ins Outlook zu übertragen. Der Aufwand war mir einfach zu gross in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Adressen dann doch nie mehr gebraucht werden.

  2. Currently, we do not support Macintosh.

    Damit isses für mich und für viele andere indiskutabel… :-(

2 Pingbacks

  1. [...] dieser technophilen Gesellschaft habe ich mir deshalb vor zwei Jahren erst angeschafft: Einen Visitenkarten-Scanner. Wie absurd dieses Gerät eigentlich ist, wird erst richtig deutlich, wenn man sich mal mit dem [...]

  2. [...] Ein immer größer werdender Stapel an unsortierten Kärtchen. Abhilfe kann vielleicht ein Visitenkarten-Scanner schaffen – aber der kostet Geld. Also habe ich kürzlich eine Schachtel genommen und alle [...]

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