Ein Manager für die Mäuse
Die eigenen Finanzen im Griff: Dabei helfen schon lange “normale” Programme für den eigenen Computer, in Web-2.0-Zeiten aber auch Online-Anwendungen. Summate.de ist so eine “web app” und erst seit ein paar Tagen am Start.
Seit Ende Mai 2007 haben Oliver Kaiser und Sebastian Erdbories an Summate gebastelt, vor fünf Tagen wurde die Seite schließlich für alle Nutzer freigegeben. Der Onlinemanager für Einnahmen und Ausgaben ist kostenlos, die Frage nach der zukünftigen Finanzierung ist noch nicht beantwortet. Die beiden Macher aus der münsterländischen, äh, Metropole Beckum legen großen Wert auf die intuitive und unkomplizierte Bedienbarkeit ihres Tools.

[Übersicht über Einnahmen und Ausgaben - anklicken für größere Ansicht]
Darin erinnert Summate an das Zeiterfassungs-Werkeug mite, das sich ebenfalls Einfachheit als Ziel gesetzt hat. Wirklich häufig benötigt man bei Summate nur zwei Seiten: Die Übersicht und die Diagrammdarstellung. Die Eingabe neuer Zahlungen ist simpel mit Buttons, Drop-Down- und Formularfeldern gelöst. Auch die nachträgliche Bearbeitung einzelner Einträge kommt einem bekannt vor - zum Beispiel aus den Webmailern von GMX, Gmail und Co. Das Design ist - natürlich - webzweinullig mit Farbverlauf und Lichteffekten auf dem Logo, bleibt aber angenehm übersichtlich. Soweit ist der Vorsatz, ein einfaches Werkzeug für die persönlichen Finanzen zu basteln, also gelungen. Nicht ganz eindeutig sind allerdings die Möglichkeiten der Sortierung:

Durch Anklicken der einzelnen Konten und/oder Kategorien in den Boxen am rechten Rand kann man die Übersicht auf die entsprechende Auswahl einschränken, was man durch einen spielerischen oder versehentlichen Klick noch recht schnell herausfindet. Dass dasselbe aber auch mit dem Kalender und ebenso mit dem Ausgaben-Diagramm funktioniert, könnte man übersehen. Mit Verbesserungen und Erweiterungen darf man aber rechnen, so versprechen die Betreiber bereits für die “nahe Zukunft” weitere grafische Auswertungsmöglichkeiten für die Diagramm-Seite, die bislang etwas bescheiden auf die Darstellung der Ausgaben beschränkt ist.

[Die Ausgaben im Balkendiagramm - anklicken für größere Ansicht]
Ebenfalls negativ - und für mich ein Kriterium, von dem die Nutzung eines Finanztools abhängt: Es ist nicht möglich, wiederkehrende Einnahmen oder Ausgaben einzugeben. Miete, Gehalt, Ratenzahlungen, all das muss also jedesmal per Hand eingegeben werden. Anstrengend.
Nichtsdestotrotz: Mit einer unbegrenzten Anzahl an verschiedenen Konten, immerhin einer rudimentären Visualisierungsfunktion und dem Überblick über Einnahmen und Ausgaben sowohl insgesamt als auch für einzelne Konten und Kategorien kann Summate bereits erheblich mehr als das Programm Burn, das wir hier vor zwei Monaten vorgestellt haben. Weitere Features:
* Import vorhandener Daten als CSV-Datei ist möglich.
* Ebenso der Export im selben Format, etwa zur Weiterverarbeitung in Excel.
* Eine Version für die mobile Nutzung steht unter https://www.summate.de/mobile zur Verfügung.
Bleibt die Frage nach der Datensicherheit. Persönliche oder geschäftliche Finanzen gehören schließlich zum heiligsten, was man so preisgeben kann. Die Betreiber betonen, dass die Nutzer für sie völlig anonym seien - und tatsächlich muss man bis auf eine valide E-Mail-Adresse keine personenbezogenen Daten abgeben. Der Zugang zu Summate ist außerdem standardmäßig SSL-verschlüsselt. Und dass das Teil aus Deutschland kommt, ist ja eigentlich auch eher beruhigend.
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5 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- Nebenan in KW 29/2007 [j20]
(22. Juli 2007 13:09)
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Michel
Dass es auch eine Mobile Version davon gibt, finde ich toll.
btw: Ich bin schon lange auf der Suche nach einer Software mit welcher ich meine “Sachbezogenen Ersparnisse” verwalten kann. Z.B. legt man sich für Steuern, Strom, Ferien etc jeden Monat was auf die Seite. Aber das Tool soll dann wie eine Art “Unterkonto” führen damit ich jederzeit den Stand der jeweiligen Ersparnisse sehe und an dem Tag wo ich dann z.B. die Steuerrechnung bezahle, soll das Tool das Geld aus dem jeweiligen Unterkatonto verbuchen und nicht dem Hauptkonto.
Weiss da jemand einen Tipp…? suche schon lange. ;-)
Claudio
Die Bedenken mit der Datensicherheit sind wohl berechtigt, war auch das erste, woran ich gedacht habe, als ich diesen Artikel gelesen habe. Ist ja schön und gut, wenn dieses Tool alles im Internet hat, und natürlich ist es auch praktisch, aber Privatsphäre ist eben auch etwas.
Excel ist wohl immer noch die einfachste Variante, wenn es darum geht, Ausgaben und Einnahmen vorauszusehen und zu budgetieren.
Ich fände es jedenfalls sehr kritisch, einen solchen Dienst für Ersparnisse etc. zu nutzen.
Florian Steglich
» Michael: Wenn ich Dich richtig verstehe, kannst Du das doch einfach mit einem entsprechenden Konto machen - z.B. auch bei Summate. Je nachdem, ob Du dann Hauptkonto inkl. Unterkonto/-konten auswählst oder nicht, siehst Du den Gesamtbetrag oder eben nur das, was Du mehr oder weniger virtuell zur Seite gelegt hast. Oder?
Rafa
Ich finde es eher beunruhigend, dass es aus Deutschland kommt, wenn man die Anstrengungen einiger bestimmter Minister in letzter Zeit mitverfolgt.
Michel
@Florian
Danke, ich versuche das mal auf diese Art und Weise. Könnte hinkommen!