Wichtig oder dringend?

Neulich sprachen wir hier über eine kleine Frage mit großer Wirkung. Schauen wir uns heute mal einen kleinen Unterschied an, den zu machen ähnlich hilfreich sein kann.

Es geht um den Unterschied zwischen “wichtig” und “dringend” – dabei handelt es sich um zwei Dimensionen des Begriffs “Priorität”. Dringend sind Aufgaben, deren fremd- oder selbstgesetzte Deadline schon entsprechend nahe gerückt ist; wichtige Projekte dagegen haben oft keinen solchen Termin, liegen uns aber typischerweise mehr am Herzen. Zwei Ein paar Beispiele: Dringend ist die Präsentation, die noch zu gestalten, das Geschenk, das noch für den Chef zu kaufen, oder der Termin bei der Autowerkstatt, der noch vor der TÜV-Untersuchung zu vereinbaren ist. Muss sein, steigert unsere Laune aber nicht gerade ins Unermessliche. Wichtig dagegen ist etwa die Verabredung zum Biergartenbesuch mit den Freunden, die man so lange nicht mehr gesehen hat, die Renovierung des Wohnzimmers, die schon so lange geplant ist, der Sprachkurs, den man schon im letzten Jahr machen wollte.

Wenn “wichtig” und “dringend” zusammenfallen, darf man sich glücklich schätzen – oft genug aber erledigen wir vor allem die dringenden Aufgaben und verschieben die wichtigen Dinge auf später. Nächstes Wochenende, nach der Abgabe des Artikels, im nächsten Urlaub.

Und weil das ein Quell von Unzufriedenheit ist, hilft oft schon die Identifizierung dieses Unterschieds, die Einteilung der Projekte auf der To-Do-Liste in dringende und wichtige. Sie kann dabei helfen, manche dringenden Aufgaben distanzierter zu erledigen, gelassener, weil man sie danach sofort vergessen kann. Das “Herzblut” fließt dann den wichtigen Dingen zu, die man – als solche erkannt – besser im Auge behalten kann. Man wird sie angehen, wenn man Zeit dafür findet – besser gesagt: wenn man sich Zeit für sie nimmt -, und muss sie nun nicht mehr permanent von der Spitze der To-Do-Liste nach hinten schieben, mit dem ständigen, aber nicht konkreten Gefühl, keine Zeit zu haben für das, was einem am Herzen liegt.

Wohlgemerkt: Die Unterscheidung dringender und wichtiger Projekte alleine ist nichts wert, wenn man die wichtigen Dinge nicht irgendwann anfängt; aber hat man klar vor sich, was man eigentlich will, fällt es leichter, den Blick auf diese Ziele zu richten, während man die Aufgaben, die “nur” dringend sind, wie Schnee aus dem Weg räumt, eine Schaufel nach links, eine nach rechts. Um es mal dem miesen Juli-Wetter entsprechend zu formulieren.

 

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Ein Kommentar

  1. Sich der wichtigen aber nicht dringenden Aufgaben bewusst zu sein, ist sicher schon mal ein Fortschritt. Aber in einem vollgepackten und hektischen Tagesablauf gehen sie dann meist doch wieder unter. Die Eisenhower-Methode macht hier den Vorschlag, diese Aufgaben konkret im eigenen Terminplan einzuplanen. Das widerspricht zwar GTD, aber so kommen auch diese Aufgaben auf jeden Fall zu ihrem Recht. Mehr dazu habe ich auf http://prodblogger.de/blo…r-eisenhower-methode geschrieben.

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