Das Multitasking-Märchen

Florian Steglich, 4. Juli 2007 19:12 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Das Telefon zwischen Kinn und Schulter eingeklemmt, mit der rechten Hand mitschreiben und mit der linken dem Kollegen etwas am Bildschirm zeigen: Schön, dieses Multitasking. Funktioniert aber nicht.

Im Gegenteil: Mehr als ein Viertel der Arbeitszeit werde verschwendet, so zitiert das Magazin SZ Wissen einen Forscher (der Artikel ist auch bei Spiegel Online zu finden). Der Grund: Die Umstellung von einer Aufgabe auf die nächste braucht eine gewisse Anlaufzeit. Im Alltag nur Sekunden, aber hochgerechnet auf Jahre und umgerechnet auf Volkswirtschaften kommen Milliardenwerte dabei raus. Dazu kommt, dass beim eifrigen Multitasken Fehler passieren:

“(…) Psychologen, Neurowissenschaftler und Ökonomen widersprechen mittlerweile einhellig: Der Mensch mache bei solchem Vorgehen haufenweise Fehler, sein Gehirn sei der Doppelbelastung nicht gewachsen.”

Und noch deutlicher formuliert:

“Multitasking fördert einen schizoiden Denkstil und lässt das Gedächtnis verkümmern”

Der Rat, sich auf nur eine einzige Sache zu konzentrieren, ist allerdings leichter gesagt als umgesetzt: Unsere Arbeitsumgebung können wir nicht immer beeinflussen. Deshalb kommen viele so gut zurecht, wenn sie am frühen Morgen noch vor 6 Uhr aufstehen oder nachts arbeiten; es ist ruhig in der Wohnung, das Telefon klingelt nicht, die Bauarbeiter reißen nicht die Straße vor dem Fenster auf.

» Leseempfehlung: “Schön der Reihe nach statt Multitasking” bei Spiegel Online

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6 Kommentare

  1. Markus Gabriel
    schrieb am 5. Juli 2007 um 18:09 Uhr (#)

    Frau Ford, die Gattin des früheren US Präsidenten, so heisst es, hätte ihrem Gatten, der dafür bekannt war, dass er nicht zwei Dinge gleichzeitig tun konnte, Kaugummi als Verhütungsmittel verabreicht.

  2. Christian
    schrieb am 6. Juli 2007 um 14:57 Uhr (#)

    Gibt es die dazugehörigen Studien irgendwo im Netz oder in Datenbanken?

    Würde mich sehr interessieren.

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