Kopf in den Sand

Florian Steglich, 13. Juni 2007 16:23 Uhr, 10 Kommentare Kommentare

Weitere Produktivitäts-Tipps von Marc Andreessen: Diesmal geht es um gute Arbeitsvermeidungsstrategien.

Anmerkung: Tipps aus Andreessens Productivity-Guide haben wir hier bereits gestern und vorgestern veröffentlicht.

Vom etwas egoistischen Vorschlag des ehemaligen Netscape-Gründers, keine (wirklich: keine!) Termine mehr zu machen, um seine Tage frei gestalten zu können, haben wir schon gehört. Er hat noch weitere Strategien, um keine lästigen Störungen und Arbeiten an sich heranzulassen:

* Geh nicht ans Telefon. Leite alle Anrufe sofort auf den Antwortbeantworter um und höre sie nur zweimal am Tag an. Für Familienangehörige und andere wirklich wichtige Personen kann man sich eine zweite Nummer zulegen – oder auch einfach andere Klingeltöne einstellen, wie ein Kommentator in Andreessens Blog ergänzt.

* Rufe deine Mails nur zweimal am Tag ab. Eingehende Mails lenken ab, das ist kein Geheimnis. Und dass man diese Störquelle ausschaltet, indem man 1. alle Benachrichtigungstöne abstellt (das ist Pflicht!) und 2. sein Mail-Programm nur ein paarmal am Tag zu festen Zeiten startet (das ist die Kür), das ist auch kein Geheimnis.

Letzteres aber auf zweimal zu beschränken, ist ganz schön ambitioniert. Zumindest für Menschen, die zu wesentlichen Teilen im und übers Internet arbeiten. Ich habe gerade versucht, meine Mails nur dreimal täglich abzurufen: Am Samstag und Sonntag war es kein Problem, gestern bin ich schon mittags schwach geworden. Marc Andreessen übrigens gibt zu, dass er selbst schon zufrieden wäre, wenn er mit sechs Abrufen am Tag auskäme.

* Verstecke dich unter Kopfhörern. Dem liegt die Beobachtung zugrunde, dass ein Buch, das man in den Händen hält, zwar selten andere davon abhält, einen zu unterbrechen, man mit Kopfhörern in den Ohren dagegen meistens seine Ruhe hat. Wirklich Musik hören muss man dafür natürlich nicht, ja, die Kopfhörerkabel müssen noch nicht mal zu irgendeinem Gerät führen.

* Verhalte dich strategisch inkompetent. Unter strategischer Inkompetenz versteht man die Kunst, unangenehme Arbeiten nur einmal und dann nie wieder aufgeladen zu bekommen. Wer etwa keine Anzeigenakquise machen will, der muss es nur schaffen, selbst langjährige und wohlgesonnene Anzeigenkunden zu verjagen – und wird diesen Job zukünftig nicht mehr machen müssen. Absichtsvolles Versagen auf ganzer Linie also ist der Trick.
Der imgriff.com-Zusatztipp: Befolge diesen Rat nur, wenn du in deinem Leben schon mal zeitweise 80% des Browsermarktes beherrscht und deine Firma für mehrere Milliarden Dollar verkauft hast.

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10 Kommentare

  1. Danny
    schrieb am 13. Juni 2007 um 17:26 Uhr (#)

    Tut ihr von Imgriff lediglich die Artikel von Andreesen, Allen und Lifehacker recyceln? Und manche von euch bekommen dafür noch Geld?

  2. Jonny
    schrieb am 13. Juni 2007 um 17:42 Uhr (#)

    Hihi. Sieht ganz danach aus. Aber ich lese hier trotzdem ganz gerne. Da bekomme ich interessante Artikel noch einmal vorgelegt und sogar übersetzt. Dadurch ist mir schon das eine und andere nicht entgangen. Also, Danke, euch von imgriff!

  3. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 13. Juni 2007 um 17:47 Uhr (#)

    Danny: Nein, das tun wir eigentlich nicht.
    Andreessens Tipps sind übrigens das Ergebnis munteren Recyclens von Tim Ferriss, David Allen, John Perry, Robert Evans, Gina Trapani und vermutlich noch einigen anderen.

  4. Danny
    schrieb am 13. Juni 2007 um 18:10 Uhr (#)

    Hey, um Gottes Willen – ich finde diesen Übersetzungsservice super ;-) Nee ganz im Ernst, weiter so, jungs! super

  5. Peter Hogenkamp
    schrieb am 13. Juni 2007 um 18:45 Uhr (#)

    Sich anderswo inspirieren zu lassen ist gute Tradition bei der schreibenden Zunft. Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten: Die einen geben öfter die Quelle an.

    Aber was anderes, Danny, willst Du ein bisschen gratis für imgriff.com schreiben? Arbeit ist es ja nicht. :-)

  6. angela
    schrieb am 13. Juni 2007 um 19:01 Uhr (#)

    “Tut ihr von Imgriff lediglich die Artikel von Andreesen, Allen und Lifehacker recyceln? Und manche von euch bekommen dafür noch Geld?”

    Ich sehe das auch so. Es ist doch normal, dass Blogs aufeinander verweisen. Die Kunst ist doch, das Wesentliche so zu verpacken, dass es schnell erfassbar und verständlich ist. Und so ist es hier, finde ich. Außerdem ist für mich der gute Schreibstil nicht unerheblich. Keiner möchte schließlich Artikel lesen, in denen die Sätze mit “Tut…” anfangen :-)

  7. Julian Schrader
    schrieb am 13. Juni 2007 um 19:44 Uhr (#)

    Mir gefällt der Stil hier sehr gut ? und durch das Mitlesen hier bekommt man vieles Nützliches in Sachen GTD und Produktivität mit, für das man ansonsten 25.000 andere Blogs lesen müsste.

    Auch eine Form von Produktivitätssteigerung ? lass andere für dich lesen und die wichtigsten Informationen schön für dich aufbereiten. Vielen Dank dafür!

  8. Alexander Greisle
    schrieb am 13. Juni 2007 um 22:39 Uhr (#)

    2x am Tag E-Mails, das ist wirklich ambitioniert. 4x geht ganz gut: Morgens (damit meine ich 9 Uhr ;-), Mittags, Nachmittags und vorm Feierabend.

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