Der Produktivitäts-Navigator

Eine weitere Sammlung von Tipps zum Thema Produktivität hat vor wenigen Tagen Marc Andreessen veröffentlicht, ehemals einer der Gründer von Netscape. Unter anderem geht es auch ums frühe – oder besser gesagt: richtige – Aufstehen.

Netscape? Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Der Browser Mosaic und sein Nachfolger Netscape Navigator, der Browserkrieg, die Zeitrechnung vor Google Geburt. Den Navigator findet man heute nur noch auf einigen vergessenen Rechnern in Universitäts-Rechenzentren, solchen, bei denen man dann auch vergeblich den USB-Anschluss für die Präsentation sucht.

Marc Andreessen jedenfalls, einer der Gründer von Netscape und ehemaliges Internet-Wunderkind, hat ein brandneues Blog und damit auch gleich einen Hit gelandet: The Pmarca Guide to Personal Productivity. 13 Tipps, sein persönliches Set an Produktivitätstipps, das sicher nicht für jeden funktionieren wird. Das sieht man schon am allerersten Tipp:

Der ist einigermaßen radikal und lautet: Mach’ keine Termine mehr. Da nichts besser für produktives Arbeiten ist als ein freier Tag, sei es folgerichtig und am besten, seinen Kalender terminfrei zu halten. Der Rat: Jede Anfrage wegen eines Meetings, einer Konferenz, einer Verabredung höflich, aber bestimmt absagen. Wer sich treffen wolle, der solle kurz vorher anrufen und fragen, ob es gerade passt. Verpflichtungen weiter im Voraus dürfe man einfach nicht eingehen.

Das wird natürlich in den Kommentaren unter Marcs Blogeintrag bereits diskutiert. Mit den meines Erachtens richtigen Argumenten: Wenn die Theorie schon nicht an banalen Dingen wie einem Arzttermin scheitert, dann doch wohl an den Mitmenschen. Den Konferenzveranstalter will ich sehen, der Mr. Andreessen gern auf dem Podium hätte und am Abend vorher mal anklingelt, um zu fragen, ob’s vielleicht morgen passen würde, ein Flug und Hotelzimmer werde sich schon finden lassen. Und den Mitarbeiter oder Geschäftspartner will ich schimpfen hören, der seinerseits zeitweise keinen Terminplan führen kann, weil er nicht weiß, ob da vielleicht gerade das Treffen mit Andreessen klappen wird.

Auch um das Thema frühes Aufstehen geht es im Pmarca-Guide. Er selbst, schreibt Marc, schwanke zwischen den Zuständen Nachteule (99%) und Early Bird (1%), wobei er sich bemühen werde, den Early-Bird-Anteil auf 2 Prozent zu pushen. Es sei aber ohnehin nicht entscheidend, wann man aufstehe, sondern wie man seinen Tag beginne – das kommt uns bekannt vor – in Marcs Fall gehört ein anständiges Frühstück zwingend dazu. Denn das Frühstück ist, das kennt man ja, die wichtigste Mahlzeit des Tages. Außerdem ermögliche ein ausgiebiges Frühstück – Marc spricht von einer Dreiviertel- bis ganzen Stunde -, sich in Ruhe auf den Tag vorzubereiten, seine Gedanken zu sammeln und sich einzulassen auf das, was bis zum Abend zu tun ist.

Früh aufstehen also, um Zeit genug zu haben für ein ordentliches Frühstück. Das können wir alle zumindest als Wunschvorstellung unterschreiben, oder? An heißen Tagen wie diesem kommt hinzu, dass es so kühl und frisch nicht mehr werden wird – man kann noch die Fenster aufreißen beim Frühstück und es kommt mehr herein als Baumaschinenlärm, Staub und warme Luft.

Ein paar weitere Tipps von Marc Andreessen werde ich in separaten Einträgen aufgreifen.

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