Pimp my eyes:
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Mit “Speedreading” kann man mehr Informationen in kürzerer Zeit erfassen. Die Webapplikation “Spreeder” hilft beim Training.
Der richtige Umgang mit Informationen ist gerade ein großes Thema hier bei imgriff. Wir haben schon darüber geredet, wie wir unsere Informationsquellen ausmisten und wie wir uns effektivere beschaffen. Ein weiterer, wichtiger Punkt ist, wie wir die Informationen aufnehmen. In der Regel passiert das per Lesen. Und deshalb spielt unsere Lesegeschwindigkeit eine große Rolle.
Schnell lesen oder “Speedreading” setzt darauf, dass unser Gehirn mehr Informationen verarbeiten kann, als wir ihm bei normaler Lesegeschwindigkeit zukommen lassen. Deswegen trainiert man beim Speedreading darauf, die innere Stimme abzuschalten und mehrere Wörter mit einem Blick zu erfassen. Entscheidend ist dabei die Konzentration, die dann wiederum dazu beiträgt, dass ich in der Regel mehr behalte als wenn ich langsam lese.
Speedreading hängt ein komischer Ruf an. Wir halten es häufig mehr für eine Begabung von Genies und CEOs als eine Fähigkeit, die man trainieren kann. Außerdem scheint es unserem deutschen Gründlichkeitsempfinden zu widersprechen, einen Text scheinbar nur schnell zu überfliegen. Zudem ist es nicht unumstritten. Studie steht gegen Studie und vor allem persönliche Erfahrung gegen persönliche Erfahrung. Menschen fühlen sich mit unterschiedlichen Methoden wohl.
Unterschiedliche Methoden sind auch für unterschiedliche Anwendungsfälle angebracht. Wenn ich mich abends noch mit einem guten Roman hinsetze, habe ich überhaupt kein Interesse, durch das Buch zu jagen, um es möglichst schnell zu erfassen. Wenn ich mich mit einem Grundwerk meines Fachbereichs beschäftige, lese ich in der Regel jeden Abschnitt sehr sorgfältig und fasse ihn danach kurz schriftlich oder in einem Schaubild zusammen, um das Maximum behalten zu können. Wenn ich allerdings z.B. die aktuellen Nachrichten lese, kommt es mir eher auf Quantität als auf Qualität an. Ich möchte über das aktuelle Geschehen informiert sein, ohne jedes Detail wissen zu müssen. Da ist Speedreading für mich genau das richtige Hilfsmittel.
Wer Speedreading trainieren will und viel im Web liest, dem empfehle ich folgendes Tool:

Bei Spreeder kann ich per Copy&Paste einen beliebigen Text einfügen. Sobald ich auf ?Play? gedrückt habe, zeigt mir das Tool den Text in Teilen an. Das beginnt bei einem Wort und lässt sich beliebig hochschrauben. Je nach eingestellter Worte-pro-Minute-Geschwindigkeit wechseln so blitzschnell die Worte vor meinen Augen.

Ich empfehle, ausführlich mit den Einstellugsmöglichkeiten von Spreeder zu spielen. Ich konnte den Text wesentlich besser erfassen, nachdem ich auf drei bis fünf Worte umgestellt und in den erweiterten Einstellung die Funktion für variable Geschwindigkeit aktiviert hatte.
Sehr nützlich finde ich das Bookmarklet, das ich als Link in meine Browserleiste ziehe. Finde ich einen Text auf einer Webseite, den ich mit Spreeder lesen will, markiere ich ihn und klicke auf den Link. Spreeder öffnet sich dann in einem neuen Fenster und hat den Text schon eingefügt.
Was denkt ihr zu Speedreading? Wichtige Fähigkeit im Informationszeitalter oder die falsche Richtung bei der Bekämpfung der Informationsflut? Was sind eure Tipps beim lesen und erfassen von Informationen?
Weiterführende Links:
* zen habits: Overclock Your Reading Speed
* Wikipedia: Schnelllesen
» Mehr lesen: Lesen (11), Speedreading (2)
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5 Kommentare zu diesem Artikel
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(6. April 2008 20:43) - imgriff.com » Blog Archiv » Mehr und schneller: 5 Wege, besser zu lesen
(4. September 2008 13:53)
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Sebastian
Cool, das Thema habe ich schon länger auf meiner Liste, würde wohl einen ähnlichen Produktivitäts-Boost geben, wie 10-Finger-System. Danke!
Rapha
Mcih würden 2 Dinge interessieren: Wieviel “Geschwindigkeitsvorteil” hat das die persönlich gebracht?
Und wieviel ist theoretisch machbar an Steigerung?
Ich lese selbst schon ziemlich schnell und wenns net grad n komplizierter englischer Text ist komm ich schon auf die 60 Seiten pro Stunde - bei Büchern so ca. 100…
Es werden ja an den Unis auch diverse Seminare zu dem Thema angeboten für “läppische 400 ?” etc… (macht mich schon eher skeptisch ;) )
Elmar
Mich würde interessieren, wie lange schnellgelesene Inhalte im Gedächtnis bleiben im Gegensatz zu (dem Verständnis) angepasster Lesegeschwindigkeit (wissenschaftliche Untersuchung).
Bei Nachrichten ist Schnell(l)esen oft sinnvoll, denn häufig sind diese voll mit Uniformativem. Schriebe jeder nur was er weiß und bemühte sich um gute Verständlichkeit, wäre das anders, aber solange die Wortmenge bezahlt wird, bleibt es so.
Statt schnellzulesen, lese ich selektiv was mich interessiert (Ich bin nicht gezwungen, etwas zu lesen, weil es existiert oder “im Gespräch ist”). Da ich nicht fernsehe, habe ich mehr Zeit zum Lesen und erreiche so dennoch ein “gewisses Quantum” und mit angepasstem Tempo genieße ich das mehr.
Michel
Das Tool ist nett! Jedoch im fortgeschrittenen “Stadium” des Speedreadings nimmt man nicht bloss mehrere Wörter (Wortblöcke) ins Auge, sondern gleich mehrere Zeilen und scant die Seite dann z.B. im Slalom-Stil ab, anstatt Zeile für Zeile.
Ich übe das bereits seit mehreren Jahren und merke, dass man mit der Zeit immer mehr Details merken kann und so auch Artikel z.B. auf Wikipedia flott lesen kann und dennoch bleiben auch Detailinfos haften. Aber es ist klar, wenn Textteile nicht erfasst werden vom Auge, können diese auch icht verwertet werden. Daher lese ich wohl nur rund 400 bis 500 Wörter pro Minute um den Überblick zu behalten.
Die Frage wielange das denn haften bleibt ist wichtig. Tony Buzan (Etwickler der Speedreading und Mindmapping-Methode) sagt selbst, dass es notwendig ist immer wieder zu wiederholen, damit Informationen gespeichert bleiben und genau da greift dann die Mindmapping-Methode, wo ma das gelesene auf diese Weise kurz zusammenfasst.
Wichtig zu erwähnen ist hierbei auch, dass man mit Speedreading ziemlich schneller ermüdet (bzw. die Augen), als wenn man normal liest. So benutze ich diese Technik z.B. abends kaum da ich dann die nötige Konzentration eh nicht mehr habe…
Julian Schrader
Betreibe ebenfalls Speedreading ? vorallem beim Scannen durch Blogs oder Nachrichten.
Auch im Unterricht habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass ich mich beim aktiven Schnell-Lesen besser auf die Inhalte konzentrieren kann und mich schwerer ablenken lasse.
Danke für den Tipp ? ein bisschen Training kann nie schaden! ;-)