Informiert ohne Überflutung

Johannes Kleske, 15. Mai 2007 15:41 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Um immer auf dem laufenden zu sein, ohne in der Informationsflut zu ertrinken, sollte man Maschinen, andere Menschen und seinen Kopf für sich arbeiten lassen. Dabei helfen genaue Schlüsselwörter, ein gepflegtes Informantennetzwerk und Yoga.

Laut WebWorkerDaily kam bei der letzten Pew Internet Studie heraus, dass 73% der Befragten sich NICHT von Informationen überflutet fühlen. Das hat wohl damit zu tun, dass der Großteil der Bevölkerung Feedreader und ?Soical News?-Dienste (Dienste wie Z.B. digg oder yigg, bei denen jeder Nachrichten einreichen kann und dann die Benutzer entscheiden, was auf die Startseite kommt) noch nicht für sich entdeckt hat, während unsereins schon wieder versucht, Quellen zu reduzieren und sich eine Informationsdiät verschreibt.

Fest steht, dass wir alle nicht unbegrenzt Informationen aufnehmen können. Deswegen müssen wir sichergehen, dass wir über die Informationsquellen, die wir anzapfen, alle Informationen erhalten, die für uns relevant sind. Der nächste Schritt ist dann, die wichtigen Informationen schnell herauszufiltern.

WebWorkerDaily hat sich dieser Problematik angenommen und drei Vorschläge gemacht, die helfen sollen:


1. Lass die Maschinen arbeiten. Suchmaschinen haben das Filtern von Informationen massiv vereinfacht. Das entscheidende dabei ist, dass ich wissen muss, wonach ich suche. Je genauer ich das definieren kann, desto besser kann ich die Suchmaschinen für mich arbeiten lassen. Deshalb ist der erste Schritt, die relevanten Schlüsselwörter für meine Arbeit und Interessengebiete so weit wie möglich zu optimieren. Sobald ich die passenden Schlüsselwörter definiert habe, kann ich Dienste wie Google Alerts und Technorati nutzen, um umgehend informiert zu werden, wenn zu einem Schlüsselwort etwas passiert oder sich jemand dazu äußert.

Google AlertsGoogle Alerts setzt auf Google News auf, das ständig eine riesige Menge von Nachrichtendiensten scannt. Wenn ich ein Schlüsselwort bei Google News in die Suche eingebe, habe ich unter dem Suchergebnis die Möglichkeit, mich per E-Mail über neue Nachrichten zu dem Schlüsselwort informieren zu lassen oder z.B. einen Feed mit neuen Nachrichten zu abonnieren.

TechnoratiFür Technorati gilt das gleiche, nur das hier Blogs statt Nachrichtendienste durchsucht werden. Der Vorteil dabei ist, dass die meisten Blogsysteme Technorati informieren, wenn sie einen neuen Artikel veröffentlichen. Dadurch bekommt man bei Technorati teilweise sekundengenaue Updates, auf welchem Blog gerade über das entsprechende Schlüsselwort gesprochen wurde.

Beide Dienste in Kombination ermöglichen es, zu den bevorzugten Gebieten praktisch komplett auf dem laufenden zu bleiben. Entscheidend ist die Wahl der Schlüsselwörter.

2. Lass andere Menschen arbeiten. Warum sollte man alles selbst entdecken müssen, wenn man Leute kennt, die einen guten Riecher haben? Ein gut entwickeltes Netzwerk von Tippgebern ist enorm hilfreich, wenn man seine Informationsüberfluss reduzieren will. Deswegen sollte man zum einen die Informanten in seinem Netzwerk gut auswählen und zum anderen die richtigen Tools benutzen, um sie ?anzuzapfen.?

TwitterFür mich hat sich das vielgescholtene Twitter genau an diesem Punkt bewährt. Twitter ist ein Webdienst, bei dem ich kurze Nachrichten (140 Zeichen) schreiben kann. Andere können diese Nachrichten abonnieren und sehen dann praktisch sofort, wenn ich etwas neues geschrieben habe. Der Dienst wurde eigentlich entwickelt, damit man der Welt erzählen kann, was man gerade so macht. Aber immer mehr Leute nutzen Twitter, um auf interessante Dinge hinzuweisen, die sie entdeckt haben. Ich wähle inzwischen sehr bedacht aus, wem ich bei Twitter folge. Bevor ich jemanden hinzufüge schaue ich mir an, was er bisher so getwittert hat. Ist das vor allem so belangloses wie ?Guten Morgen, jetzt erstmal Frühstück? verzichte ich. Anders sieht es aus, wenn derjenige aber regelmäßig für mich interessante Links twittert.

Del.icio.usEbenfalls ein sehr hilfreiches Tool für das Informationsnetzwerk ist del.icio.us. Damit kann man seine Lesezeichen für Webseiten im Browser online speichern. Der Vorteil dabei ist, dass sie ganz einfach für andere zugänglich sind und ich Links sogar explizit an andere Benutzer von del.icio.us senden kann. Beispiel: Du findest eine tolle Webseite, von der du denkst, dass sie für mich interessant sein könnte. Dann speicherst du den Link in deinem del.icio.us-Account und gibst als Schlüsselwort ?for:jkleske? an. Wenn ich das nächste mal auf der del.icio.us-Webseite bin, sehe ich deinen Link in meiner Eingangsbox. Zusätzlich kann ich auch sehen, was du sonst noch so für Links gespeichert hast. Ist da einiges, interessantes für mich dabei, kann ich dich meinem Netzwerk hinzufügen. Bei del.icio.us gibt es eine extra Seite, wo ich alle gespeicherten Links von Leuten aus meinem Netzwerk sehen kann. Wenn ich mein Netzwerk gut pflege kann diese Seite eine Goldgrube an relevanten Informationen sein.

3. Lass deinen Kopf arbeiten. Um relevante von irrelevanten Informationen zu unterscheiden, brauche ich immer noch meinen Kopf. Je mehr Informationen ich am Tag auf mich einströmen lasse, umso schwieriger hat es dieser, noch durchzublicken. Deswegen empfiehlt WebWorkerDaily neben der regelmäßigen Entspannung Meditation und Yoga, die die Aufmerksamkeitsfähigkeit erhöhen sollen. Neben den speziellen Programmen sind vor allem genug Schlaf und eine gesunde Ernährung grundlegende Voraussetzungen, damit unser Gehirn seinen Job optimal verrichten kann.

Wie organisiert und filtert ihr eure Informationsquellen und Nachrichtennetzwerke?

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