Online-Mindmaps mit Mindmeister

Florian Steglich, 4. Mai 2007 08:10 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Logo Mindmeister

Immer mehr Anwendungen, die wir früher auf unseren PCs installieren mussten, wandern ins Netz ab. Wir können GoogleDocs statt Word benutzen und demnächst auch Photoshop im Browser verwenden. Mindmap-Software bleibt da natürlich keine Ausnahme. Das gerade gestartete Mindmeister.com haben wir uns mal genauer angesehen.

Vor zwei Tagen hat Mindmeister die Private-Beta-Phase verlassen und steht nun allen ‘Wissensvisualisierern’ zur Verfügung. Das Tool kommt aus Deutschland, genauer gesagt: aus Aschheim-Dornach, verbirgt diese Herkunft aber konsequent. Es ist vollständig in Englisch gehalten und legt erkennbar keinen Wert auf regional beschränkte Nutzerschaft. Mindmeister wirkt mit seiner pinkfarbenen, hellblauen und bubbligen Schrift reichlich ‘webzweinullig’, aber das soll nicht weiter stören, wenn die Benutzeroberfläche trotzdem so aufgeräumt und intuitiv bleibt wie hier:

screen_mindmeister1_small.jpg
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Der Screenshot zeigt die Übersicht der bereits angelegten Mindmaps direkt nach dem Login. Über eine Importfunktion lassen sich bestehende Maps aus den Programmen FreeMind und Mindjet Mindmanager importieren – im kostenpflichtigen Premium-Account kann man seine Mindmeister-Maps auch wieder in diesen Formaten exportieren.

Mindmaps anlegen

Mindmaps mit Maus und Tastatur zu kreieren ist erstmal weniger schwungvoll und schnell als auf großen Papierbögen oder Flipcharts. Das ist bei Mindmeister nicht anders als bei anderen Mindmapping-Anwendungen. Die Maus ist eben nicht ganz die verlängerte Hand. Aber Mindmeister spielt schnell die Stärken digitaler Lösungen aus: Man kann einzelne Knoten (“Nodes”) per Drag & Drop an andere Stellen verschieben und ganze Äste andernorts andocken. Wo man bei papiernen Mindmaps mäandernde Linien zeichnen muss, um – an bereits bestehenden Ästen und Knoten vorbei – freie Fläche für einen nächsten Punkt zu erreichen, da kann man hier einfach schieben und rücken, bis alles passt. Mindmeister nutzt – natürlich – Ajax und reagiert schnell und zuverlässig. Shortcuts beschleunigen den Prozess nochmal deutlich. Copy & Paste geht wie immer, mit der TAB-Taste fügt man neue Mindmap-Punkte hinzu und mit den Pfeiltasten kann man zwischen Knoten navigieren. Die Hilfe sei jedem Nutzer empfohlen, um alle Möglichkeiten kennenzulernen. Denn so intuitiv Mindmeister ist, es verrät nicht alles. Die Möglichkeit etwa, seine Mindmaps zu taggen, muss man etwas suchen (sie findet sich in der Sidebar des Mindmap-Fensters unten unter “Information” > “More”).

screen_mindmeister2_small.jpg
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Mindmaps gestalten

Mit Hintergrundfarben, Schriftarten und -größen sowie diversen Icons lassen sich die Mindmaps individualisieren. Die Formatierung eines Mindmap-Punktes kann man per Copy & Paste für weitere übernehmen. Leider lassen sich keine Formatvorlagen o.ä. festlegen. Möchte man aber seine Maps im immer gleichen Stil gestalten, kann man sich behelfen, indem man eine “Roh-Map” anlegt und diese für jede neue Mindmap dupliziert.

Duplizieren einer Mindmap

Mindmaps gemeinsam bearbeiten

Das Pfund, mit dem webbasierte Anwendungen wuchern, ist das kollaborative Arbeiten. Mindmeister ermöglicht Premium-Nutzern, Maps zur gleichen Zeit zu bearbeiten. Der Basis-Account bietet die simultane Nutzung nicht, auch hier lassen sich aber Mindmaps [bietet er doch, siehe Kommentare]. Mindmaps lassen sich per E-Mail-Adresse und Einladungslink mit anderen teilen und asynchron editieren. Bearbeitungsschritte werden gespeichert und können revidiert werden, im “Changeview” lassen sich mittels unterschiedlicher Hintergrundfarben einzelne Teile einer Mindmap unterschiedlichen Benutzern zuordnen. Skype ist integriert, so dass man parallel zur Simultanbearbeitung einen Chat oder ein Gespräch beginnen kann – der Skype-Status wird neben den Benutzernamen angezeigt. Schließlich gibt es Benachrichtigungen über Änderungen anderer Benutzer, die man wahlweise per E-Mail oder über Twitter erhalten kann.

Preise

Die Basisnutzung von Mindmeister.com ist kostenlos und bietet bereits recht umfangreiche Möglichkeiten. Für die Premiumversion zahlt man etwas über 3 Euro im Monat. Die wesentlichen Unterschiede gegenüber dem kostenlosen Account sind:

  • * Unbegrenzte Zahl von Mindmaps
  • * Export in FreeMind und Mindjet Mindmanager
  • * SSL-Verschlüsselung
  • * Einbindung in Webseiten und Blogs möglich
  • * Werbefrei
  • Fazit: Eine problemlos laufende, gut bis sehr gut bedienbare Lösung, um auch umfangreiche Projekte und Gedankenströme – die Standardgröße der Map reicht für zahlreiche Verästelungen – zu Papier Bildschirm zu bringen.

    » Mindmeister.com

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    3 Kommentare

    1. Michael Hollauf
      schrieb am 4. Mai 2007 um 08:57 Uhr (#)

      Super Review, danke! Eine kleine Korrektur – simultane Nutzung ist auch mit dem Basic Account möglich, wir versuchen da sehr grosszügig zu sein!

    2. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
      schrieb am 4. Mai 2007 um 13:34 Uhr (#)

      Tatsache. War das vorgestern auch schon so? Dann habe ich es wohl falsch aus der Feature-Liste abgeschrieben. Ist korrigiert.

    3. Julian Schrader
      schrieb am 4. Mai 2007 um 15:45 Uhr (#)

      Genau das haben wir gestern Abend auch gemacht ? mit Skype-Konferenz und MindMeister kollaborativ mindmappend auf die heutige Klausur vorbereitet. War unerwartet produktiv, wird also demnächst auch so laufen.

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