Grosse Dateien verschicken:
Pando!

Peter Sennhauser, 22. April 2007 00:56 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Es gibt vieles, was beim Umgang mit Email zu beachten ist – und leider kennen sich immer weniger Leute mit dem Mail-Knigge aus. In jüngster Zeit aber nimmt vor allem ein Problem wieder überhand, das eigentlich mit Gigabyte-Mailboxen und Hochgeschwindigkeits-Internet aus der Welt geräumt schien: Immer mal wieder verstopft ein Riesen-Datei mein Postfach oder bringt meinen Mailclient zum Stillstand.

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Dabei gibts eine ebenso einfache wie kostenlose und simple Lösung. Sie heisst Pando.

Der kleine Helfer ist in mehrerer Hinsicht genial. Nicht nur werden Monster-Dateien statt in die Mailbox des Adressaten auf einen eigens dafür konzipierten Server gespeichert, sie lassen sich von dort auch jederzeit an andere Empfänger weiterleiten, ohne dass die Datei nochmals hochgeladen werden muss. Soweit entspricht das System einer cleveren Nutzung von beispielsweise Gmail, aber erstens beherrschen nur Profis diese Tricks, und zweitens hat Pando noch mehr auf Lager.

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Gerade für Versände an Gruppen ist das System geeignet, weil der Download nicht nur vom Server erfolgt, sondern über das Filesharing-Protokoll von Bittorrent gleichzeitig von allen andern Empfängern, die Pando geöffnet haben. Daraus resultiert ein rasend schneller Download. Ferner können nicht nur einzelne Dateien oder als ZIP gepackte Pakete verschickt werden (wie bei den meisten Mailprogrammen), sondern ganze Ordnerstrukturen mitsamt Inhalt.

In der kostenpflichtigen Version erlaubt Pando den Versand von Dateien bis zu 50GB; eine weitere Option besteht beispielsweise für Blogger darin, Dateien statt auf dem eigenen Server auf dem Pando-”Supernode” abzulegen und einen Link auf der Webpage einzubauen. Damit lässt sich vermeiden, dass der Provider des Blog-Servers wegen ausufernder Bandbreitennutzung sauer wird. Derart abgelegte Dateien bleiben dreissig Tage lang (gezählt jeweils ab dem letzten Download) auf dem Pando-Server verfügbar; wenn ein Benutzer eine “abgelaufene” Datei herunterladen will, versucht Pando zuerst, sie bei den andern Empfängern zusammenzusuchen, und wenn das nicht klappt, schickt es eine Anfrage an den Ursprungsabsender, sie nochmals hochzuladen.

Die Handhabung des Programms ist dabei super einfach: Pando runterladen, starten und direkt aus Pando eine Mail verschicken; anzuhängende Dateien ins Upload-Feld ziehen, wo sie komprimiert und sofort zu Pando hochgeladen werden. Auf Wunsch lässt sich das Paket auch noch mit einem Passwort sichern, das nur vertrauenswürdigen “Downloadern” mitgeteilt wird. Der Benutzer behält in einem simplen Interface immer den Überblick darüber, was er an wen verschickt hat und sieht sogar, wie oft eine Datei von Empfängern bezogen wurde (allerdings nicht von wem).

Die Adressaten wiederum erhalten eine ganz normale Email, an welche eine kleine Pando-Datei angehängt ist: Wer Pando noch nicht installiert hat, kann dies binnen zweier Minuten nachholen, alle andern klicken auf das Attachment und starten damit den Download der Monsterdatei von Pando.

In der kostenlosen Version lässt Pando Anhänge bis 1GB zu und blendet kleine Werbebanner ein; für rund 40 Dollar pro Jahr können die Dateien nicht nur an 25, sondern an bis zu 100 Empfänger versandt werden und dürfen 3GB gross sein. Die abgestuften Lizenzen erstrecken sich weiter bis rauf zur Klasse der kommerziellen Nutzer mit 50GB Kapazität – für allerdings heftige 420 Dollar pro Jahr.

[Mehrwert: Pando]

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7 Kommentare

  1. bugsierer
    schrieb am 22. April 2007 um 09:59 Uhr (#)

    ich hab das ding auch mal ausprobiert, ist soweit wirklich praktisch. aber es hat zwei nachteile: man muss sich ein programm runterladen und meine dokumente kommen mit einem völlig anderen titel an. da gefiel mir dann
    http://www.scribd.com/
    viel besser, da kommen die dokumente (beim download) zwar auch mit anderem namen an, aber scribd bietet sonst noch ein paar interessante features.

  2. mds
    schrieb am 22. April 2007 um 11:12 Uhr (#)

    Proprietäre BitTorrent-P2P-Software für Mac und Windows? Nein danke? in der c’t wurde das Thema kürzlich übrigens auch behandelt, ein Teil davon ist online frei zugänglich.

  3. .o0 Webonomy 0o.
    schrieb am 22. April 2007 um 15:06 Uhr (#)

    Weitere Online Tools, die der Datenflut Einhalt gebieten, habe ich hier zusammengestellt. Sind aber zum Teil nicht ganz so sexy wie Pando ;-).

  4. Sam
    schrieb am 22. April 2007 um 23:00 Uhr (#)

    Sehr praktisch ist auch http://www.divshare.com Registrieren lohnt sich, da hat man eine Übersicht über die hochgeladenen Dateien usw.

  5. Alexander
    schrieb am 22. Mai 2007 um 08:53 Uhr (#)

    Ich benutze für solche Zwecke http://www.mediafire.com
    Die Seite ist simpel aufgebaut, schnell und werbefrei.

  6. Rob
    schrieb am 30. April 2009 um 20:07 Uhr (#)

    Seit 2007 hat sich ja viel getan.
    Inzwischen gibt es so coole Webseiten wie Filepanic, um große Dateien über’s Internet zu übertragen. Die kosten zwar eine kleine monatliche Gebühr, funktionieren dafür aber auch bei häufigem Gebrauch sehr gut.
    Einfach mal ausprobieren!
    https://www.filepanic.com

    1. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
      schrieb am 1. Mai 2009 um 13:56 Uhr (#)

      » Rob: Wenn Du einfach dazusagen würdest, dass “Filepanic” Dein eigenes Produkt ist, kommt Dein Kommentar gleich viel weniger spammig rüber. Und das hilft dann auch Deinem Anliegen mehr, als wenn wir alle hier es mit Spam assoziieren. Nur so ein Tipp.

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